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Arbeitsmarkt: Mehr Lehrstellen - aber keine Entwarnung

Brummt die Wirtschaft, bilden die Unternehmen mehr aus: Die Bundesagentur für Arbeit meldete im Juli 4,2 Prozent mehr Lehrstellen als im Vorjahr. An der Ausbildungsmisere ändert das dennoch nichts.

Der anhaltende Wirtschaftsaufschwung führt zu einer leichten Verbesserung am Lehrstellenmarkt. Wie das Hamburger Magazin stern berichtet, fanden bis Ende Juli 4,2 Prozent mehr Jugendliche eine Ausbildungsstelle als im Vorjahr. Das gehe aus einer Statistik der Bundesagentur für Arbeit hervor.

Misere bleibt

Grundsätzlich ändert das an der Ausbildungsmisere dennoch nichts. Joachim Ulrich vom Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) sagte im stern: "Dafür sind in den vergangenen Jahren einfach zu viele Lehrstellen im Zuge des massiven Beschäftigungsabbaus verloren gegangen, und die Bugwelle von erfolglosen Lehrstellenbewerbern aus den Vorjahren ist einfach zu groß."

Jeder zweite der aktuell gemeldeten Bewerber hat seinen Schulabschluss bereits vor mehr als einem Jahr gemacht. Die Zahl der Altbewerber ist damit so hoch wie nie zuvor. 1997 waren es 38 Prozent.

Wie BIBB-Experte Ulrich erklärte, wären dieses Jahr mindestens 630.000 Lehrstellen nötig, um wenigstens das Ausbildungsniveau der 90er Jahre zu erreichen. "Mit Glück kommen wir auf 570.000 bis 580.000 Ausbildungsplätze." Von den Betrieben zwischen 50 und 500 Beschäftigten bilden 24 Prozent nicht aus. Bei den Betrieben mit mehr als 500 Beschäftigten sind es 8,1 Prozent.

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