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Asylpolitik in Deutschland: Mehrheit gegen Aufnahme weiterer Flüchtlinge

Die Schreckensnachrichten über das Bootsunglück vor Lampedusa sind erst einige Tage alt - trotzdem lehnt die Mehrheit der Deutschen die Aufnahme von zusätzlichen Flüchtlingen ab.

Auch nach der Flüchtlingskatastrophe vor Lampedusa lehnen die meisten Deutschen einer Umfrage zufolge die Aufnahme zusätzlicher Flüchtlinge ab. Im jüngsten ARD-Deutschlandtrend sprachen sich 51 Prozent der rund 1000 Befragten dagegen aus, weitere Migranten in der Bundesrepublik anzusiedeln. Die Zustimmung lag bei 43 Prozent. Besonders groß ist die Ablehnung bei Anhängern der Union mit 61 Prozent und der eurokritischen Alternative für Deutschland (AfD) mit 70 Prozent.

Bei den Anhängern der Grünen ist der Anteil der Menschen mit 72 Prozent am größten, die mehr Flüchtlinge aufnehmen wollen. Bei der SPD sind es nach dem am Donnerstag veröffentlichten Umfrage 54 Prozent, bei den Linken 48 Prozent. Außerdem befürwortet eine Mehrheit der Befragten, dass die EU mehr Migranten aufnimmt.

Mehr als 300 Menschen starben bei Bootsunglück

Für den ARD-Deutschlandtrend befragte das Meinungsforschungsinstitut Infratest dimap am Montag und Dienstag 1003 Wahlberechtigte.

Die Bootskatastrophe vor der italienischen Insel Lampedusa hatte eine neue Debatte über die europäische Flüchtlingspolitik ausgelöst. Bei dem Unglück waren vermutlich mehr als 300 Menschen ums Leben gekommen.

kave/Reuters / Reuters