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Auschwitz-Kommentar: Anja Reschkes klare Worte lösen Internet-Debatte aus

Einen Schlussstrich ziehen? Niemals! NDR-Moderatorin Anja Reschke findet in den "Tagesthemen" klare Worte über den Umgang mit der deutschen Geschichte. Im Internet wird das Video heftig diskutiert.

Die NDR-Moderatorin Anja Reschke fand in ihrem Kommentar deutliche Worte über den Umgang mit dem Holocaust

Die NDR-Moderatorin Anja Reschke fand in ihrem Kommentar deutliche Worte über den Umgang mit dem Holocaust

Durch die Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz vor 70 Jahren ist der Holocaust in den Medien wieder präsent. Sollte man unter diesen Teil der deutschen Geschichte nicht endlich einen Schlussstrich ziehen? Niemals, meint NDR-Moderatorin Anja Reschke und findet in ihrem Kommentar für die ARD-"Tagesthemen" deutliche Worte.

"Auschwitz, Holocaust. Ich kann's nicht mehr hören. Es muss doch mal Schluss sein", beginnt sie ihren Kommentar und erklärt in den folgenden 1.54 Minuten, warum die Deutschen mit diesem dunklen Kapitel ihrer Geschichte dennoch niemals abschließen sollten. Sie habe die Dokumentation "Night Will Fall" von Alfred Hitchcock über die Befreiung Auschwitz gesehen.

Eine Dokumentation über Kameraleute "die gefilmt haben, als die Konzentrationslager befreit wurden. Die kamen, als die Schornsteine der Krematorien noch rauchten. Die über Berge von Leichen gestiegen sind. Bilder von Skeletten mit ein bisschen Haut darüber. Offene Münder, verdrehte Gliedmaßen", so Reschke. Diese Männer seien heute über 90 Jahre alt . "Als sie erzählt haben, haben sie angefangen zu weinen. Keiner von ihnen kann einen Schlussstrich ziehen. Genauso wenig wie die Opfer, die überlebt haben. Es gibt nicht mehr viele von ihnen, aber noch sind sie da. Ihnen schmettern wir entgegen: "Es muss doch mal Schluss sein." Ausgerechnet wir? Es gibt keinen Schlussstrich in der Geschichte!"

Die Moderatorin habe sich "geschämt", als sie die Bilder gesehen habe. "Weil es zu meiner Identität als Deutscher gehört. Ob ich will oder nicht." Schließlich habe sie umgeschaltet. "Und was sehe ich? Pegida-Demonstranten in Dresden. Die sich aufregen über die vielen Ausländer in Deutschland. Ganz ehrlich: Da ist mir dann wirklich schlecht geworden", beendet sie den Kommentar.

Video fast zwei Millionen Mal geklickt

Im Internet wurde das Video auf Facebook inzwischen mehr als 25.000 Mal geteilt und hat fast zwei Millionen Aufrufe. Nicht alle können sich mit den Worten der Moderatorin identifizieren: "Deutsche sollen sich also dafür schämen was früher passiert ist? Ich glaub mir wird gleich schlecht, was für ein Schwachsinn." Besonders Pegida-Anhänger fühlen sich von den Worten der Moderatorin auf den Schlips getreten: "Frau Reschke, Ihnen wird schlecht wenn Sie Menschen bei der Pegida sehen?! MIR wird schlecht wenn ich im TV solch dämliche Aussagen und Berichte wie Ihre sehe!!!" Vielen hat Reschke aber offensichtlich aus der Seele gesprochen und diese zeigen sich beeindruckt: "Sprachlos, aus Respekt vor solchen klaren Worten.", oder "Sie spricht mir aus der Seele. Da wo wir Auschwitz vergessen, öffnen wir die Tür für neue KZ-Bauer."

jek
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