Bartsch-Rücktritt Führungsdebatte bei der Linkspartei geht weiter


Nach dem Rückzug des Linken-Geschäftsführers Dietmar Bartsch dauert die Debatte über die Führung der Partei an. Der Fraktionschef der sächsischen Linken, André Hahn, forderte die Neubesetzung des Geschäftsführerpostens mit einem Ostdeutschen.

Nach dem Rückzug des Linken-Geschäftsführers Dietmar Bartsch dauert die Debatte über die Führung der Partei an. Der Fraktionschef der sächsischen Linken, André Hahn, forderte die Neubesetzung des Geschäftsführerpostens mit einem Ostdeutschen. "Bei der Bartsch-Nachfolge plädiere ich dafür, dass der neue Bundesgeschäftsführer wieder aus dem Osten kommt", sagte Hahn der "Leipziger Volkszeitung" (Samstagsausgabe). Der neue Geschäftsführer oder die Geschäftsführerin solle aber nicht nur für den Osten zuständig sein, sondern müsse die Gesamtpartei repräsentieren.

Hahn äußerte zugleich den Wunsch, dass Parteichef Lafontaine auf dem nächsten Parteitag wieder für das Amt kandidieren möge. "Unabhängig von der Ost-Verbundenheit zu Dietmar Bartsch, wissen hier doch auch viele, dass die Erfolge der Linken im Westen sehr eng mit der Person Lafontaine verbunden sind", sagte Hahn. Lafontaine hatte sich im vergangenen Jahr wegen einer Krebsoperation zunächst aus der Politik zurückgezogen. Im Umgang mit dieser Situation kam es zu heftigem Streit innerhalb der Parteiführung.

Dies bemängelt seinerseits der Linkenfraktionsschef in Mecklenburg-Vorpommern, Helmut Holter. Er warnte davor, die Wahlerfolge der Partei durch interne Auseinandersetzungen zu verspielen. Der Führungsstreit der vergangenen Tage habe einen verheerenden Eindruck auf die Wähler gemacht, sagte Holter der "Berliner Zeitung" (Samstagsausgabe). Er kritisierte die öffentlichen Vorwürfe von Fraktionschef Gregor Gysi gegen Bartsch. "Ich hätte mir gewünscht, dass das intern geklärt worden wäre", sagte er.

Auch der Linken-Chef in Sachsen-Anhalt, Matthias Höhn, kritisierte Gysi. Es habe ihn überrascht und verärgert, mit welcher Schärfe sich Gysi gegen Bartsch gewandt habe. Bartsch war nach Lafontaines Erkrankung Illoyalität gegenüber dem Parteivorsitzenden vorgeworfen worden. Bartsch kündigte schließlich an, er werde auf dem Parteitag im Mai nicht mehr für das Amt des Geschäftsführers kandidieren.

AFP AFP

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