Bayerische Innenminister fordert Zuwanderung muss sich am Arbeitskräftebedarf orientieren


Der bayerische Innenminister Joachim Herrmann (CSU) hat sich in der Debatte um schärfere Regeln für Einwanderung dafür ausgesprochen, den Nutzen für den deutschen Arbeitsmarkt - und nicht mehr wie bisher familiäre und humanitäre Kriterien - in den Vordergrund zu stellen.

Der bayerische Innenminister Joachim Herrmann (CSU) hat sich in der Debatte um schärfere Regeln für Einwanderung für eine strengere Auslese ausgesprochen. "Wir brauchen keine unqualifizierten Zuwanderer", sagte Herrmann der "Bild"-Zeitung (Dienstagsausgabe). Einen Intelligenztest für Einwanderer, wie ihn der Berliner CDU-Innenexperte Peter Trapp gefordert hatte, lehnte Bayerns Innenminister allerdings ab: "Diese Forderung geht an der eigentlichen Problematik vorbei."

Herrmann wandte sich allerdings dagegen, bei der Zuwanderung wie bisher familiäre und humanitäre Kriterien in den Vordergrund zu stellen. Zuwanderung nach Deutschland müsse sich "stets am Arbeitskräftebedarf" orientieren, sagte er der "Bild". Gegenüber Bild.de ergänzte der CSU-Politiker: "Hier hilft der IQ allein nicht weiter. Wenn wir in Deutschland zum Beispiel Pflegekräfte brauchen, nutzt mir ein hoch gebildeter Akademiker gar nichts." Entscheidend müsse "der Bedarf an leistungswilligen Arbeitnehmern" sein.

Der stellvertretende Vorsitzende der Unionsbundestagsfraktion, Günter Krings (CDU), wies die Forderung nach Intelligenztests für Zuwanderer ebenfalls zurück. "Ich bin für intelligente Zuwanderer, aber nicht für Intelligenztest für Zuwanderer", sagte er dem "Kölner Stadt-Anzeiger" (Dienstagsausgabe). "Das A und O ist, dass wir Zuwanderer bekommen, die wir auf dem Arbeitsmarkt gebrauchen können", führte er aus. Entscheidend sei dabei nicht der Intelligenzquotient eines Zuwanderers, "sondern wie gefragt er auf dem deutschen Arbeitsmarkt ist". "Wir können hoch intelligente Raketenwissenschaftler haben, die wir aber in Deutschland nicht beschäftigen können," fügte der CDU-Politiker hinzu.

AFP AFP

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