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Berlin: Polizei räumt Protestzelt vor Brandenburger Tor

Asylsuchende und Unterstützer hatten in Berlin vor dem Brandenburger Tor ein Zelt aufgebaut und einen Hungerstreik begonnen. In der Nacht hat die Polizei die Protestaktion nun geräumt.

Die Polizei hat am späten Mittwochabend das Zelt der Refugee Tent Action (übersetzt: Aktion Flüchtlingszelt) vor dem Brandenburger Tor in Berlin geräumt. Wie ein Polizeisprecher am Donnerstag bestätigte, bauten Polizisten das Zelt auf dem Pariser Platz kurz vor 22.00 Uhr ab. Dabei seien sie von "Sprechchören und Parolen" begleitet worden. Die Räumung sei friedlich verlaufen. In dem Zelt befanden sich nach Angaben einer Unterstützerin rund 20 Flüchtlinge, die am Mittwoch in einen Hungerstreik getreten waren. Damit wollen die Asylbewerber gegen die Gesetzgebung für Flüchtlinge in Deutschland protestieren.

"Die Geflüchteten haben ohne Zelt, Schlafsack und Isomatte auf dem Pariser Platz übernachtet", berichtete die Unterstützerin. Mittlerweile hätten die Flüchtlinge ihre Versammlung vor dem Brandenburger Tor offiziell als "Dauerkundgebung" angemeldet. Damit können sie dort als Gruppe verbleiben.

Die Hungerstreikenden wollten nur Wasser trinken, bis ihre Forderungen erfüllt sind: "Abschaffung von Abschiebungen und sofortige Anerkennung der Asylsuchenden als politische Flüchtlinge", sagte die Frau. Außerdem solle die Residenzpflicht beseitigt werden, nach der Flüchtlinge einen behördlich festgelegten Bereich nicht verlassen dürfen. Die Flüchtlinge wollen zudem nicht mehr in Lagern untergebracht werden.

Rund 450 Demonstranten, Flüchtlinge und Unterstützer der Gruppe waren Anfang Oktober in einem Protestzug aus Würzburg und anderen Städten zu Fuß und in Bussen nach Berlin gekommen.

AFP / AFP