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Besuch beim Wiesenthal-Zentrum: Wie Jakob Augstein zum Antisemiten wurde

Erst war Jakob Augstein jemand, der antisemitische Texte schreibt, nun ist er ein Antisemit. Zumindest aus Sicht des Simon-Wiesenthal-Zentrums - Ortstermin einer Anklageverlesung.

Von Niels Kruse, Berlin

Er sei ja nicht nach Berlin gekommen, um Journalisten zu belehren, sagte Abraham Cooper im Bundespresseamt. Aber dann schwieg die versammelte Presseschar dennoch für einen kurzen Moment betreten. "Mich wundert es schon, dass kaum ein deutscher Journalist die Texte von Jakob Augstein nicht früher angeprangert hat", sagte der Rabbi aus Los Angeles in die Runde. Vermutlich fühlte sich niemand der Anwesenden persönlich angesprochen, dennoch machte sich ein gewisses Unwohlsein breit. Das früher, das Cooper meinte, war die Zeit bevor er und seine Kollegen vom Simon-Wiesenthal-Zentrum den "Freitag"-Chef und "Spiegel-Online"-Kolumnisten auf die Liste der schlimmsten antisemitischen Ausfälle gesetzt hatte. Und damit zum Jahreswechsel eine heftige Debatte auslöste.

Jetzt war Cooper in die deutsche Hauptstadt gereist. Nicht nur um die Liste, auf der die ägyptischen Muslimbrüder genauso auftauchen wie der notorische Judenhasser Mahmut Ahmadinedschad, antisemitische Fußballfans und die ungarische Rechtsaußenpartei Jobbik zu erläutern, sondern auch, um die Anschuldigungen gegen Augstein zu verschärfen. "Auf unserer Liste stehen nicht in erster Linie Antisemiten, sondern antisemitische Äußerungen", sagte Cooper. Auch Augstein habe er zunächst nicht als Antisemiten wahrgenommen. Doch mittlerweile ist er zu der Überzeugung gelangt: "Ja, wir haben es mit einem Antisemiten zu tun."

"Augstein muss sich entschuldigen"

Ausgelöst hatte den Sinneswandel Augsteins Umgang mit den Vorwürfen. Ursprünglich wurde er vom "Spiegel" für ein Streitgespräch mit dem Journalisten angefragt, wozu Cooper, wie er sagte, auch bereit gewesen sei. Unter einer Voraussetzung: dass Augstein sich entschuldige. "Nicht bei mir persönlich, sondern bei allen Juden." Doch Augstein lehnte ab, womit er als Gesprächspartner für Cooper nicht mehr in Frage kam. Der Gescholtene debattierte dennoch in dem Blatt. Und zwar mit dem Präsidenten des Zentralrates der Juden, Dieter Graumann, was die Angelegenheit aus Sicht des Simon-Wiesenthal-Zentrum nicht besser machte.

"Augstein hat es schlicht verpasst, seine israelkritischen Texte zu relativieren", so Cooper. Dass er Israel kritisiere, sei nicht das Problem, aber Augstein bediene in seinen Kolumnen Stereotype und schüre "klassischen Judenhass". Vor allem ein Vergleich stößt Cooper auf: die Gleichsetzung der ultraorthodoxen Haredim mit muslimischen Fundamentalisten. "Haben Sie von jüdischen Selbstmordattentätern gehört? Predigen sie Gewalt und Hass?", fragte er rhetorisch in die Runde. "Dieser Vergleich ist nicht nur beleidigend, sondern gefährlich." Und diffamiere einen Teil der israelischen Bevölkerung.

Der Gescholtene wehrt sich

Der Angegriffene selbst war nicht vor Ort, aber die Nachrichtenagentur DPA sprach mit ihm nach der Veranstaltung. "Mit Antisemitismus-Vorwürfen, wie sie gegen mich erhoben werden, wird Politik gemacht und versucht, die Öffentlichkeit zu kontrollieren", sagte der Publizist. Und: "Ich finde es unseriös, wenn gleichzeitig noch eine Debatte verweigert wird." Zur Debatte stünden zwei Themen: Israels Sicherheitspolitik und der Antisemitismus in Deutschland. "Über beides muss man reden. Man sollte es aber nicht ungebührlich vermengen."

Dass Augstein überhaupt auf der Liste gelandet ist, und nicht der deutlich bekanntere Günter Grass, der vergangenes Jahr mit einem israelkritischen Gedicht provoziert hatte, begründete Cooper damit, dass Augstein nicht einer dieser Leute aus "der Flakhelfergeneration ist, sondern ein junger Starautor, der über seine Medienkanäle ständigen Zugang zur deutschen Öffentlichkeit hat." Und dank der Globalisierung würden mittlerweile selbst regionale Äußerungen heute "weltweit Bedeutung" erlangen.

Sind die Deutschen Antisemiten?

Gewundert hatte sich Abraham Cooper nicht nur über die seiner Ansicht nach mangelnde Sensibilität gegenüber den Äußerungen Augsteins, sondern auch über diejenigen, die ihm zur Seite gesprungen seien. "Egal, ob der Zentralrat der Juden, die Regierungsparteien, die Journalisten - sie alle haben ihn abgeschottet und geschützt", sagte der Rabbi. Was er nicht sagte, war die naheliegende Folgerung: Nämlich, dass die Solidarität mit Augstein ein Hinweis auf einen weit verbreiteten Antisemitismus in Deutschland sein könnte. Auch ein anderer Gedanke wurde nicht ausgesprochen: Dass die Solidarität mit Augstein ein Hinweis darauf sein könnte, dass sich das Simon-Wiesenthal-Institut mit seiner erneuerten Einschätzung vielleicht vergaloppiert hat.

Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.