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Reaktionen auf Gauland: "Lieber einen Innenverteidiger als einen Rechtsaußen zum Nachbarn"

Der Angriff Alexander Gaulands gegen Nationalspieler Jérôme Boateng ist ein trauriges Highlight der AfD-Pöbelei. Auf Twitter muss der Partei-Vize dafür mächtig Schelte und Spott einstecken.

Von Sophie Albers Ben Chamo

Alexander Gauland (l.) und Jérôme Boateng (Kombo)

"Hat man eigentlich die Nachbarn von #Gauland schon gefragt, ob sie ihn als Nachbarn wollen?" Auf Twitter erntet AfD-Vize Alexander Gauland (l.) für seinen Angriff auf Jérôme Boateng Spott und Kritik

Nach der Kinderschokoladen-Farce der Pegida hat nun AfD-Vize Alexander Gauland in einem Gespräch mit der "FAS" den deutschen Fußballnationalspieler Jérôme Boateng angegriffen - und erntet dafür Empörung, Verachtung und Hohn. Ausdruck findet die emotionale Welle in den sozialen Netzwerken in den Antworten auf Gaulands Feststellung: "Die Leute finden ihn als Fußballspieler gut. Aber sie wollen einen Boateng nicht als Nachbarn haben."

Da irrt Herr Gauland gewaltig: Der Hashtag BoatengMeinNachbar hat sich bisher zwar nicht durchgesetzt, aber unter #Boateng und #Gauland werden dem Kickerstar unter anderem reihenweise Nachbarschaftsanträge gemacht. Hier kommt ein Best-Of der Reaktionen.

Boatengs neue Nachbarn

Da gibt es erst einmal die überwältigend positive Antwort: "Oh doch, ich möchte Jérôme Boateng als Nachbar haben!", für die stellvertretend dieser Fan-Tweet stehen soll: 

Manche legen das auch noch ganz pragmatisch aus:

- zum Beispiel Boatengs Weltmeister-Teamkollege Benedikt Höwedes:


Oder diese Fans:


Die ebenso überwältigende, negativ formulierte Antwort ist, dass eigentlich niemand Herrn Gauland zum Nachbarn haben möchte. Das Glashaus und die Steine eben:

In verschiedenen Variationen:

Manche User sind einfach nur stinksauer:

Und Extra3 macht wieder gute Witze:


Es gibt aber auch ernstere Töne: 

- die von der Hoffnung zeugen, dass die AfD sich selbst diskreditiert:


- die fragen, ob die Herangehensweise des "FAS"-Artikels die richtige ist:

- die fragen, was Gauland sich eigentlich herausnimmt, wenn er meint, für alle Deutschen sprechen zu müssen:


Und dann gibt es natürlich noch die politische Twitter-Bühne, auf der auch Julia Klöckner (CDU) zugeschlagen hat:


Und deren Vorwurf "Typisches Muster AfD: beleidigen, provozieren - später dann relativieren" prompt von Frauke Petry erhört wurde, die nun behauptet, dass Gauland sich nicht mehr daran erinnern könne, die vielzitierten Worten gesagt zu haben: 

Denn auch Petry weiß:

(Was dem rechten AfD-Politiker Gauland entgangen ist: In Deutschland kannst du ein krasser Ku-Klux-Klan-Rassist sein, aber du darfst niemals einen Fußballstar beleidigen)

Und das meint Rapper Eko Fresh zu Petrys Tweet:


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