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Rassistischer Spruch AfD-Vize Gauland beleidigt Nationalspieler Boateng

AfD-Vize Alexander Gauland (l.) und Fußballnationalspieler Jerome Boateng (Kombo)
"Die Leute wollen einen Boateng nicht als Nachbarn haben": AfD-Vize Alexander Gauland (l.) über den deutschen Fußballnationalspieler Jerome Boateng.
© Ralf Hirschberger, Daniel Karmann/DPA
Empörung über Alexander Gauland: Der stellvertretende Vorsitzende der AfD hat den deutschen Fußballnationalspieler Jerome Boateng mit rassistischen Aussagen angegriffen.

Der stellvertretende Chef der AfD, Alexander Gauland, hat mit rassistischen Aussagen den Fußballnationalspieler Jerome Boateng beleidigt. Der Innenverteidiger von Bayern München werde zwar als Spieler in der deutschen Nationalmannschaft geschätzt, doch das bedeute nicht, dass er nicht als fremd empfunden werde, sagte Gauland der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung" knapp zwei Wochen vor Beginn der Fußball-EM. "Die Leute finden ihn als Fußballspieler gut. Aber sie wollen einen Boateng nicht als Nachbarn haben." Boateng ist in Berlin geboren und aufgewachsen, sein Vater ist Ghanaer, seine Mutter Deutsche.

DFB nennt Aussagen von Gauland "geschmacklos"

Der Deutsche Fußball-Bund reagierte empört. DFB-Präsident Reinhard Grindel sagte der Zeitung, es sei "einfach geschmacklos", die Popularität Boatengs und der Nationalmannschaft "für politische Parolen zu missbrauchen". Millionen Menschen liebten die Nationalmannschaft, "weil sie so ist, wie sie ist". Boateng sei "ein herausragender Spieler und ein wunderbarer Mensch, der sich übrigens auch gesellschaftlich stark engagiert und für viele Jugendliche ein Vorbild ist".

Auch der Manager der Nationalmannschaft, Oliver Bierhoff, wandte sich gegen die Äußerungen von Alexander Gauland: "Es ist ja nicht das erste Mal, dass wir mit solchen Aussagen konfrontiert werden", erklärte Bierhoff. "Sie bedürfen keiner weiteren Kommentierung, die Personen diskreditieren sich von alleine."

Justizminister kritisiert Alexander Gauland

Bundesjustizminister Heiko Maas reagierte ebenso ablehnend auf Gauland. "Einfach nur niveaulos und inakzeptabel. Wer so redet, entlarvt sich selbst - und das nicht nur als schlechter Nachbar", twitterte der SPD-Politiker.

Vergangene Woche hatten sich bereits Anhänger der fremdenfeindlichen Pegida-Bewegung in sozialen Netzwerken abschätzig über Boateng geäußert. Auslöser war eine Aktion des italienischen "Kinderschokolade"-Herstellers Ferrero, der anlässlich der Fußball-EM Verpackungen mit Kinderbildern deutscher Nationalspieler bedruckt hatte. Bundestrainer Joachim Löw hat für den vorläufigen Kader für die Europameisterschaft in Frankreich elf Spieler mit ausländischen Wurzeln nominiert.

mad DPA AFP

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