Brandenburgischer Landtag Ulrike Poppe wird die erste Stasi-Beauftragte


Der brandenburgische Landtag hat die frühere DDR-Oppositionelle Ulrike Poppe zur ersten Stasi-Beauftragten des Bundeslandes gewählt. Der Wahl Poppes stimmten am Donnerstag alle Fraktionen des Landtages in Potsdam geschlossen zu.

Der brandenburgische Landtag hat die frühere DDR-Oppositionelle Ulrike Poppe zur ersten Stasi-Beauftragten des Bundeslandes gewählt. Der Wahl Poppes stimmten am Donnerstag alle Fraktionen des Landtages in Potsdam geschlossen zu. Poppe soll ihr Amt im kommenden Jahr aufnehmen. Ihr Dienstsitz soll das ehemalige Stasi-Untersuchungsgefängnis in Potsdam werden, in dem heute eine Gedenkstätte untergebracht ist. Poppe gehörte in Wendezeiten zu den Mitbegründern der oppositionellen Initiative Frieden und Menschenrechte (IFM) und wurde von der Stasi unter dem Vorwurf der landesverräterischen Nachrichtenübermittlung verhaftet.

Die 56-Jährige wird 20 Jahre nach dem Mauerfall in Brandenburg erstmals Ansprechpartner für Stasi-Opfer sein. Die geplante Überprüfung aller Landtagsabgeordneten auf eine frühere Stasi-Mitarbeit obliegt ihr nicht. Ministerpräsidenten Matthias Platzeck (SPD) hatte die Einrichtung des Amtes nach Stasi-Enthüllungen bei der Linkspartei vorgeschlagen.

Die Bundesbeauftragte für die Stasi-Unterlagen, Marianne Birthler, begrüßte den Schritt. "Es ist zwar eine späte, aber eine gute Entscheidung und mit Ulrike Poppe eine hervorragende Wahl", erklärte Birthler am Donnerstagabend in Berlin. Sie schätze Poppe, die sie aus ihrer gemeinsamen Zeit in der Opposition in der DDR kenne. Ihre Wahl sei "ein ermutigendes Zeichen für viele in Brandenburg, denen es bisher beim Thema DDR-Vergangenheit an Wahrheit und Klarheit fehlte", urteilte Birthler. Poppe stehe nun vor einer großen Herausforderung, denn das lange Schweigen im Land Brandenburg habe die Belastungen durch die DDR-Vergangenheit eher verstärkt und Gräben vertieft.

AFP AFP

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