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Terrorverdacht in Deutschland Bundesanwaltschaft ermittelt gegen Wolfsburger IS-Zelle


Sie ließen sich im Irak ausbilden und planten Anschläge in Deutschland: Laut einem Zeitungsbericht hat sich in Wolfsburg eine IS-Zelle gebildet. Einige kämpfen bereits im Irak und in Syrien.

Die Bundesanwaltschaft ermittelt einem "Bild"-Bericht zufolge wegen der Vorbereitung einer "schweren staatsgefährdenden Gewalttat" gegen einen Dschihadisten aus Wolfsburg. Wie die Zeitung berichtet, wird dem Mann vorgeworfen, Anschläge in Deutschland zu planen. Er soll zu einer Wolfsburger Zelle von rund 50 Verdächtigen gehören, die mit der Dschihadistenorganisation Islamischer Staat (IS) sympathisieren.

Eine Jugend wie jede andere

Der 26-jährige Deutsch-Tunesier Ayoub B., der im Zentrum der Wolfsburger IS-Gruppe steht, soll während seines Aufenthalts im Irak im Umgang mit schweren Waffen und Sprengstoff ausgebildet worden sein. Erst im Herbst 2014 kam der Wolfsburger zurück nach Deutschland.

Laut "Bild" wuchs Ayoub B. in Wolfsburg auf, ging dort zur Hauptschule und spielte Fußball in einem Verein. Statt ein Leben nach dem Koran führte er ein Leben, wie viele jungen Männer es tun. Seine Interessen: Partys, Alkohol und Frauen. Auch wuchs er nicht in einer radikal-religiösen Familie auf. Sein Vater ist stellvertretender Vorsitzender des deutsch-tunesischen Integrationsvereins in Wolfsburg.

Fünf Mitglieder im Irak und Syrien

Erst vor drei Jahren radikalisierte sich der 26-Jährige und fing an, Hass-Botschaften zu posten und die Scharia zu preisen. Im Juni 2014 reiste er dann zu einem Ausbildungslager des IS.

Der Zeitung zufolge kämpfen aktuell noch fünf Mitglieder der Zelle im Irak und in Syrien. Zwei Kämpfer kehrten demnach bereits zurück, einer von ihnen wurde festgenommen.

Der Terrorexperte Peter Neumann vom King's College an der Universität von London sagte der "Bild"-Zeitung, die Wolfsburger Zelle sei neben der Gruppe im nordrhein-westfälischen Dinslaken die "größte bekannte Häufung von Syrien-Kämpfern". Wolfsburg sei damit ein wichtiges Zentrum für den IS. Gefährlich seien nicht nur die Rückkehrer, sondern auch die Unterstützer, sagte Neumann.

Wolfsburg ist Isis-Schwerpunkt

Ein Sprecher des niedersächsischen Verfassungsschutzes sagte der Zeitung, derzeit seien der Behörde 40 Menschen aus Niedersachsen bekannt, die "in Richtung Syrien ausgereist sind", um sich an Kämpfen zu beteiligen. Als "besonderer Schwerpunkt" habe sich in Niedersachsen die Region Wolfsburg/Braunschweig herauskristallisiert, bestätigte der Sprecher Neumann.

stb mit AFP

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