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Sturmgewehre und Pistolen Kurden verkaufen Bundeswehr-Waffen für Kampf gegen IS auf dem Schwarzmarkt


Seit 2014 lieferte die Bundesregierung Waffen an die kurdischen Peschmerga-Kämpfer im Irak - als Kampfmittel gegen den IS. Nun haben Reporter Bundeswehr-Waffen auf dortigen Schwarzmärkten entdeckt. Wie kamen sie dorthin?

Auf dem Schwarzmarkt im irakischen Kurdengebiet werden nach Recherchen von NDR und WDR Bundeswehr-Waffen angeboten, die von der Bundesregierung an die kurdische Autonomieregierung geliefert wurden. In den Städten Erbil und Suleymanija hätten Reporter Sturmgewehre des Typs G3 und eine Pistole des Typs Walther P1 mit der Gravierung "Bw" für Bundeswehr gefunden, berichtete der NDR.

Im September 2014 hatte die Bundesregierung begonnen, die Peschmerga mit Waffen und Ausrüstung aus Deutschland zu versorgen. Die Peschmerga-Kämpfer hätten sich als "erfolgreiche und effektive Bodentruppen gegen den barbarischen IS erwiesen", sagte Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) damals.

Mehrere Monate waren die Waffenlieferungen geprüft worden. Dabei ging es nicht nur um den Bedarf, sondern auch um den Umgang der Kurden mit den Waffen. Sie könnten in die falschen Hände geraten, gaben Kritiker zu bedenken. Offenbar nicht ganz unbegründet, wie sich nun herausstellte.

Peschmerga verkauften Bundeswehr-Waffen 

Die Waffen seien anscheinend von Peschmerga-Kämpfern verkauft worden, die seit Monaten keinen Sold erhalten hätten, berichteten NDR und WDR. Sturmgewehre des Typs G3 aus dem Baujahr 1986 würden für 1450 bis 1800 US-Dollar angeboten, eine P1 in Originalverpackung sei für 1200 Dollar zu haben gewesen.

Ein ehemaliger Peschmerga, der in Deutschland Asyl suche, habe berichtet, dass er seine Dienstwaffe - eine Kalaschnikow - verkauft habe, um die Flucht nach Deutschland zu finanzieren.

Bundesregierung sieht Kurden in der Verantwortung

Das Bundesverteidigungsministerium erklärte auf Anfrage von NDR und WDR, die Regierung der Region Kurdistan-Irak habe sich zu einer "korrekten Nachweisführung der übergebenen Waffen verpflichtet". Eine deutsche Nachverfolgung einzelner Waffen sei nicht möglich.

kis DPA

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