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CDU-Politiker Mißfelder: Guttenberg kann auch Kanzler

Die K-Frage stellt sich derzeit eigentlich nicht - CDU-Präsidiumsmitglied Philipp Mißfelder beantwortete sie trotzdem: Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg wäre ein hervorragender Kanzlerkandidat der Union - und das, obwohl dem CSU-Politiker derzeit gerade die Sympathie-Werte beim Wahlvolk flöten gehen.

CDU-Präsidiumsmitglied Philipp Mißfelder kann sich Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg als künftigen Unions-Kanzlerkandidaten vorstellen. "Guttenberg kann alles", sagte Mißfelder der "Leipziger Volkszeitung" auf die Frage, ob der CSU-Politiker für die Nachfolge von Bundeskanzlerin Angela Merkel infrage komme.

Jetzt über einen Nachfolger zu diskutieren, sei zwar eigentlich unsinnig, da Merkel erfolgreich sei und gerade eine Bundestagswahl gewonnen habe, betonte Mißfelder. "Aber wenn ich den Satz sage, dass ein 38-Jähriger alles kann, dann inkludiert das auch hohe Staatsämter." Guttenberg habe ja bereits ein solches Amt, "und ich denke, dass auch weitere folgen werden", fügte Mißfelder hinzu.

Daran ändere auch die aktuelle Debatte um die Kundus-Affäre der Bundeswehr nicht. Zu Guttenberg steht derzeit in der Kritik, weil er das Vorgehen der Bundeswehr im Fall Kundus zunächst als militärisch angemessen bezeichnet und diese Einschätzung später revidiert hatte. Guttenberg soll am 22. April vor dem Untersuchungsausschuss des Bundestages zu der Affäre aussagen.

Sympathie beim Wahlvolk hart gelitten

Die Begeisterung, die Guttenberg entgegenschlage, stelle "ein sehr, sehr großes Phänomen" dar und es könne "gerade für die junge Generation in der Union doch nur ein Vorteil sein, wenn einer aus unseren Reihen eine so große Popularität hat, so viel Überzeugungskraft auch nach außen darstellt", betonte Mißfelder.

Allerdings hat das gute Bild Guttenbergs in der Bevölkerung gelitten. Im aktuellen Deutschlandtrend der ARD verlor der CSU-Minister 14 Sympathie-Punkte gegenüber dem Vormonat. Platz eins auf der Liste der beliebtesten Parteipolitiker ist damit futsch - Familienministerin Ursula von der Leyen zog an ihm vorbei. Wie Guttenberg kommt auch Merkel nur noch auf 55 Punkte, ein Minus von sieben Zählern und damit der schlechteste Wert seit November 2006.

joe/APN / APN