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Exit-Strategie Was ist eine Großveranstaltung? Mit Maske zum Friseur? Diese Corona-Fragen bleiben offen

Sehen Sie im Video: Angela Merkel erklärt den Corona-Fahrplan für Deutschland.
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Wie schützen sich Friseur und Kunde beim Haarschneiden vor dem Coronavirus? Was ist mit Kinderbetreuung und wie viele Menschen sind eine "Großveranstaltung"? Die Exit-Strategie von Bund und Ländern lässt Fragen offen - ein Überblick.

Geschäfte mit einer Verkaufsfläche bis 800 Quadratmeter können ab kommendem Montag unter Auflagen wieder öffnen; Auto-, Fahrrad- und Buchhändler sogar unabhängig von der Größe ihres Ladens. Es gibt keine Maskenpflicht, aber die "dringende Empfehlung", sogenannte Alltagsmasken im Nahverkehr und beim Einkauf zu tragen.

Einen Tag, nachdem Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) mit den Ministerpräsidenten der Länder eine Strategie für die Lockerung der Maßnahmen gegen das Coronavirus verkündet hat, sind noch einige Fragen offen. 

Großveranstaltungen

Großveranstaltungen sind bis 31. August untersagt. Betroffen sind Fußballspiele mit Zuschauern, größere Konzerte, Schützenfeste und Kirmes-Veranstaltungen. Ob Fußball-Partien ohne Publikum möglich sind, ist noch offen. Auch die wichtigste Frage: "Ab wie viel Publikum ist eine Veranstaltung eine Großveranstaltung?" müssen die Länder wohl einzeln für sich beantworten.

Firmen und Unternehmen

"Auch in der Pandemie wollen wir in Industrie und Mittelstand sicheres Arbeiten möglichst umfassend ermöglichen", heißt es im Beschluss nach der Telefonkonferenz. "Die Arbeitgeber haben eine besondere Verantwortung für ihre Mitarbeiter, um sie vor Infektionen zu schützen." In den Betrieben sollen dementsprechend mögliche Infektionsketten schnell erkannt und unterbrochen werden. So sollen Unternehmen nicht erforderliche Kontakte in der Belegschaft und mit Kunden vermeiden und Heimarbeit ermöglichen. Hier liegt die Verantwortung für den Schutz von Mitarbeitern und Kundschaft also bei den Firmen und Geschäften selbst - wobei Unternehmen mit "erheblichem Publikumsverkehr" eh von der Lockerung der Anti-Corona-Maßnahmen ausgenommen sind.

Fitnessstudios und Sportanlagen

Fitnessstudios und ähnliche Einrichtungen bleiben genauso geschlossen wie öffentliche und private Sportanlagen sowie Schwimm- und Spaßbäder.

Friseure

Friseure sollen unter Auflagen ab 4. Mai öffnen können – "unter Auflagen zur Hygiene, zur Steuerung des Zutritts und zur Vermeidung von Warteschlangen sowie unter Nutzung von persönlicher Schutzausrüstung". Andreas Ehlert von der Handwerkskammer Düsseldorf sagt der "Rheinischen Post" dazu: "Da hier der Mindestabstand zwischen Kunden und Mitarbeitern naturgemäß nicht eingehalten werden kann, muss es aber flankierende Maßnahmen geben. Friseure und Kosmetiker brauchen Mundschutz und Schutzkleidung, wir erwarten, dass der Staat ihnen bei der Beschaffung hilft." Ob und wie die Kundschaft während eines Haarschnitts eine Atemmaske tragen sollen, werden die lokalen Behörden schnell entscheiden müssen, damit Friseure am 4. Mai tatsächlich wieder öffnen können.

Kitas und Schulen

Besonders Familien hoffen darauf, dass Kindergärten und Schulen bald wieder öffnen. Im Beschluss zur Telefonkonferenz "Beschränkungen des öffentlichen Lebens zur Eindämmung der Covid-19-Epidemie" heißt es dazu: "Vor der Öffnung von Kindergärten, Schulen und Hochschulen ist ein Vorlauf notwendig, damit vor Ort die notwendigen Vorbereitungsmaßnahmen getroffen und zum Beispiel die Schülerbeförderungen organisiert werden können. Die Schulträger, Träger der Beförderung und die Schulgemeinschaft werden frühestmöglich unterrichtet. Die Notbetreuung wird fortgesetzt und auf weitere Berufs- und Bedarfsgruppen ausgeweitet."

Wie die Länder den Schulunterricht und den Kita-Besuch regeln, unterscheidet sich von Bundesland zu Bundesland stark. Einen Überblick, wann Kinder und Jugendliche zu ihrem gewohnten Tagesablauf zurückkehren dürfen, finden Sie etwa hier.

Unterstützung bei der Kinderbetreuung

Auf der Internetseite des Bundesfamilienministeriums heißt es dazu: "Angesichts der Schul- und Kitaschließungen haben die Länder unterschiedliche Regelung für eine 'Notbetreuung' von Kindern erlassen. Zumeist haben Eltern in systemrelevanten Berufen - etwa in der medizinischen Versorgung, bei der Polizei oder im Bereich kritische Infrastruktur - einen Anspruch darauf." Nun haben Kanzlerin und Länderchefs beschlossen, dass die Notbetreuung fortgesetzt und auf weitere Berufs- und Bedarfsgruppen ausgeweitet wird. Auch hier wird "Bedarfsgruppe" auf Länderebene definiert.

Quellen: Beschlüsse von Bund und Ländern, "RP Online".

tkr

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