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70 Jahre nach der Befreiung: Vertreter der Überlebenden des KZ Dachau warnen vor Rassismus

Vor 70 Jahren wurden die Gefangenen des Konzentrationslagers Dachau befreit. Zum Jahrestag warnen Vertreter der Überlebenden vor einem Wiederaufleben von Rassismus und Antisemitismus.

Metallarbeiter montieren das rekonstruierte Metalltor mit der Aufschrift "Arbeit mach Frei". Das Original war Ende 2014 von Unbekannten gestohlen wurde

Metallarbeiter montieren das rekonstruierte Metalltor mit der Aufschrift "Arbeit mach Frei". Das Original war Ende 2014 von Unbekannten gestohlen wurde

Zum 70. Jahrestag der Befreiung des Konzentrationslagers Dachau haben Vertreter der Überlebenden und des Judentums in Deutschland vor einem Wiederaufleben von Rassismus und Antisemitismus gewarnt.

"Wenn ich darauf blicke, wie heute einige Bürger gegen Flüchtlinge hetzen oder wie abwertend über Juden gesprochen wird, dann frage ich mich: Wie sehr ist das hohe Gut der Menschenwürde eigentlich noch in den Köpfen verankert?", sagte der Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, Josef Schuster, bei der Gedenkveranstaltung in Dachau.

Merkel ruft zu Zivilcourage auf

An der Feier nahm auch Bundeskanzlerin Angela Merkel teil, sie sollte mittags sprechen. Auch der Präsident der Lagergemeinschaft Dachau, Max Mannheimer äußerte sich besorgt. "Aus dem historischen Gedenken muss ein verantwortliches Bewusstsein hervorgehen."

Die Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern, Charlotte Knobloch warnte davor, einen "Schlussstrich" zu ziehen. "Ich plädiere dringend dafür, den Heutigen unsere Geschichte nicht als Last, sondern als Chance näherzubringen - als Motivation zu Mündigkeit, Wehrhaftigkeit und Menschlichkeit."

jen/DPA / DPA