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Debatte: Hat die Hauptschule eine Zukunft?

Nach den Vorfällen an einer Berliner Hauptschule wird um das deutsche Bildungssystem debattiert. Die Schulform steht zur Disposition - und findet auf einmal vehemente Verteidiger.

Von Carsten Heidböhmer

Seit die Schulleitung der Rütli-Schule in Berlin einen Hilferuf in die Welt gesendet hat, steht die Existenz von Hauptschulen zur Debatte; die Zusammenlegung von Haupt- und Realschule wird ausgiebig diskutiert. Das wichtigste Argument gegen diese Schulform: Die Hauptschule ist zum Abstellplatz für hoffnungslose Fälle verkommen. Die Gesellschaft könne es sich aber nicht länger leisten, Schüler einfach auszusortieren.

Die These scheinen Schüler der Rütli-Schule zu bestätigen: "Unsere Brüder sitzen ohne Job zu Hause auf dem Sofa, und es ist völlig egal, ob sie den Abschluss geschafft haben oder nicht", erzählten sie beim Besuch der Migrationsbeauftragten der Bundesregierung, Maria Böhmer.

Gute Chancen für Hauptschüler

Haben Hauptschulabsolventen also keine Chance auf dem Arbeitsmarkt mehr? So einfach scheint die Angelegenheit nicht zu sein. Für Thomas Schierbecker von der Handelskammer Hamburg bringt die Hauptschule nach wie vor brauchbare Arbeitskräfte hervor. "Es gibt eine Reihe von Berufen, wo Hauptschüler noch gute Chancen haben", sagte er gegenüber stern.de. Dazu zählen Beschäftigungen im technischen Bereich, als Lagerarbeiter, Verkäufer oder im Gastgewerbe. Viel wichtiger als eine neue Systemdebatte sei es, verbindliche Lernziele für die Hauptschule zu formulieren. Wichtig ist ihm zudem eine engere Verzahnung der Schule mit dem Berufsleben, beispielsweise durch die Ausweitung von Praxislerntagen.

Auch der Lehrerverband setzt sich mit seiner Initiative Hauptschule e.V. für den Erhalt der Hauptschule ein: Die Initiative vertritt die Überzeugung, dass die Hauptschule Zukunftschancen besitzt, wenn sie von Schülern, Eltern, Lehrern, Wirtschaft und Politik akzeptiert und gewollt wird. Anstatt Debatten über die Zusammenlegung mit anderen Schulformen zu führen, solle man lieber der Hauptschule ein unverwechselbares Profil geben. Dazu gehört auch, "die erkennbaren Informationsdefizite über die Hauptschule zu beseitigen, die bestehenden Vorurteile abzubauen, das Themenfeld Hauptschule positiv zu besetzen und Entwicklungschancen für Hauptschüler aufzuzeigen."

Wenig Verständnis für diese Initiative zeigt hingegen Dr. Peter Göbel, Geschäftsführer der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) in Hamburg. Sein Verband fordert schon seit Jahren eine Überwindung des dreigliedrigen Schulsystems. Eine Zusammenlegung von Haupt- und Realschule, wie sie derzeit debattiert wird, geht ihm nicht weit genug. "Wir fordern eine Schule für alle", sagte er im Gespräch mit stern.de.

Deutsches Schulsystem veraltert

Mit dieser Forderung steht er nicht allein. Auch Dieter Lenzen, Präsident der Freien Universität in Berlin setzt sich für die Verschmelzung von Haupt-, Real- und Gesamtschule zu einer gemeinsamen Sekundarschule ein. Das dreigliedrige Schulsystem sei vor 150 Jahren langsam entstanden und nicht mehr zeitgemäß. So sieht das auch Andreas Schleicher, Projektleiter der Pisa-Studie. Für ihn beruht das dreigliedrige Schulsystem auf einem "Standard aus dem 19. Jahrhundert". In den heute erfolgreichen Bildungssystemen in Europa habe man dieses Modell überwunden, betonte er und bemängelte, im jetzigen deutschen Schulsystem gehe das Potenzial vieler junger Menschen verloren. Die Zukunft liege ganz klar in Systemen, die universelle Standards hätten und Schüler vor die gleichen Anforderungen stellten.

Ausgerechnet der viel geschmähte Bildungsföderalismus könnte nun dafür sorgen, dass der breiten Diskussion auf politischer Ebene auch Taten folgen. Die norddeutschen Länder Schleswig-Holstein und Hamburg zeigen die Bereitschaft, neue Wege zu gehen. Dagegen hält der Süden, allen voran Bayern und Baden-Württemberg, dem dreigliedrigen Schulsystem weiterhin die Treue. Vielleicht kann der Wettbewerb der Länder tatsächlich dafür sorgen, dass sich im deutschen Bildungssystem endlich was bewegt. Die Debatte ist jedenfalls eröffnet.

Wie lange ist die frist bei einer Kündigung?
Hallo Ich möchte gerne kündigen, da das Arbeitsverhältnis nicht mehr gegeben ist. Leider verstehe ich den Arbeitsvertrag nicht ganz. Auszug aus dem Vertrag: Paragraf 13 Kündigungsfristen: (1) das Arbeitsverhältnis kann beiderseitig unter Einhaltung einer frist von 6 Werktagen gekündigt werden. Nach sechsmonatiger Dauer des Arbeitsverhältnisses oder nach Übernahme aus einem Berufsausbildungsverhältnis kann beiderseitig mit einer frist von zwölf Werktagen gekündigt werde. (2) Die Kündigungsfrist für den Arbeitgeber erhöht sich, wenn das Arbeitsverhältnis in demselben Betrieb oder unternehmen 3jahre bestanden hat, auf 1 monat zum Monatsende 5jahre bestanden hat, auf 2 monate zum Monatsende 8jahre bestanden hat, auf 3 monate zum Monatsende..... (3) Kündigt der Arbeitgeber das Arbeitsverhältnis mit dem Arbeitnehmer, ist er bei bestehenden Schutzwürdiger Interessen befugt, den Arbeitnehmer unter fortzahlung seiner bezüge und unter Anrechnung noch bestehender Urlaubsansprüche freizustellen. Als Schutzwürdige interessen gelten zb. Der begründete Verdacht des Verstoßes gegen die Verschwiegenheitspflicht des Arbeitnehmers, ansteckende Krankheiten und der begründete verdacht einer strafbaren handlung. Ich arbeite in einem Kleinbetrieb (2mann plus chef) seid 2 jahren und 3-4Monaten. (Bau) Seid ende November bin ich krank geschrieben. Was meinem chef überhaupt nicht passt und er mich mehrfach versucht hat zu überreden arbeiten zu kommen. Da mein zeh gebrochen ist und angeschwollen sowie schmerzhaft und ich keine geschlossenen schuhe tragen kann ist arbeiten nicht möglich. Das Arbeitsverhältnis ist seid längerem angespannt vorallem mit dem Arbeitskollegen. Möchte nur noch da weg! Wie lange ist nun die frist und wie weitere vorgehen? Ich hoffe es kann mir jemand helfen.
Füllhorn Rente 63 ?
Wer 2018 NEU in den Ruhestand ging a) und die „abschlagsfreie Rente 63“ mit mindestens 45 Versicherungsjahren kassierte, erhielt im Schnitt 1265 Euro monatlich, 1429 Euro (als Mann) bzw. 1096 Euro (als Frau) RENTE. b) und wer die „normale“ Altersrente kassierte, erhielt monatlich im Schnitt 950 Euro, 1080 € (als Mann) bzw. 742 Euro (als Frau) RENTE. Nach Adam Riese bedeutet das, das erst Zeiten ab dem 18. LJ für die Rentenversicherung gewertet werden, dass männliche Nicht-Akademiker über 45 Arbeitsjahre hinweg mehr als 25 Euro monatlich pro Stunde verdient haben müssten. sprich: ab 1973 ! (zu DM-Zeiten 50 DM Stundenverdienst ! ... als Nicht-Akademiker ??) Meine Erfahrung ist, dass man mit 18 zur Armee musste und das anschließende Studium frühestens im 25 LJ beenden konnte -- also in 1981 ! (25 + 45 = 70. LJ mit Altersrente ohne Abzüge). Ergebnis: erst in 2026 könnten vergleichbare Akamdemiker (nach 45 Vers.Jahren) in VOLLE Rente gehen. PS: Nach Rechnung der „Die Linke“ bräuchte man über 37 Jahre hinweg einen Stundenverdienst von mind. 14,50 Euro (29 DM), um NICHT auf die „Grundsicherung für Altersrentner“ angewiesen zu sein; also den statistischen Wert von 800 Euro mtl. Rentenbezug zu überschreiten. Wer erkennt den Zaubertrick der „abschlagsfreien Rente 63“ ? Wer kennt den Zaubertrick, in weniger Zeit, mit weniger Ausbildung, maximale Top-Renten-Ergebnisse zu erzielen ? (welches nicht einmal die gierigsten Börsenbanker und Versicherungsmakler in einer Demokratie für realisierbar hielten) ?