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Debatte über Flüchtlingspolitik: "Asylkritiker" oder "Rassist"? Die Suche nach den richtigen Worten

"Asylanten" und "Wirtschaftsflüchtlinge", "Rassisten" und "Neonazis" - die Debatte über Flüchtlingspolitik in Deutschland ist auch ein Streit mit Worten. Sprachwissenschaftler warnen vor Verharmlosungen

Flüchtlinge protestieren gegen die Bedingungen im Lager und verlangen unter anderem feste Behausungen.

Flüchtlinge protestieren gegen die Bedingungen in einem Dresdner Lager und verlangen unter anderem feste Behausungen. In letzter Zeit ist es vermehrt zu Übergriffen auf Flüchtlingsunterkünfte gekommen.

Für manche ist das Unwort des Jahres schon gefunden. "Ganz klar: #Asylgegner", schreibt ein Nutzer bei Twitter. Im sächsischen Freital etwa protestieren Menschen gegen Flüchtlinge in der Nachbarschaft. Angriffe auf Asylbewerber mehren sich. Wer hinter diesen Protesten steckt? "Asylgegner." Liest man oft.

Über die Bedeutung dieses Worts wird derzeit diskutiert. "In die Berichte über brennende Flüchtlingsheime hat sich ein neuer, vermeintlich neutraler Begriff geschlichen", heißt es in einem Kommentar bei "Zeit Online". "Der fremdenfeindliche Mob heißt nun "Asylkritiker"". Auch für den Sprachwissenschaftler Anatol Stefanowitsch nehmen die "-gegner" und "-kritiker" überhand: Islamkritiker. Flüchtlingskritiker. Asylkritiker.

Seiner Meinung nach sind das verharmlosende Ausdrücke. "Die verschleiern etwas, was nicht verschleiert werden soll", sagt der Forscher von der Freien Universität Berlin. Stattdessen müsse man - etwa bei Angriffen auf Flüchtlingsunterkünfte - von Rechtsextremen oder Rassisten sprechen. Das falle vielen aber schwer.

Wer protestiert wogegen?

Und dafür sieht er mehrere Gründe. "Es ist einfach zu sagen: "Das sind Asylgegner"", sagt Stefanowitsch, der sich mit politischer Sprache beschäftigt. Man müsse nichts weiter erklären. Und man könne sich davor drücken, sich mit der Frage zu beschäftigen, ob es vielleicht doch ein rechtsextremes Problem gebe. Man habe auch Angst vor Pauschalisierungen. "Man fragt sich: "Bin ich zu polemisch?""

Die Debatte beschreibt ein Problem, das schon bei der Pegida-Bewegung aufgefallen ist: Es ist nicht immer klar, wer wogegen protestiert. "Definieren Sie bitte "Asylgegner". Auch Sprache kann beschönigen", fordert ein Nutzer bei Twitter. Gehen dort wirklich "besorgte Bürger" auf die Straße, die Fragen haben? Oder gefestigte Rassisten? Oder gar Neonazis?

Sprache schafft Bilder

Annette Trabold vom Institut für Deutsche Sprache in Mannheim warnt vor Pauschalisierungen. "Die Gefahr besteht ja, dass man Leute in Schubladen packt und abwertet", sagt sie. Wichtig sei, dass man sich sehr genau die Motive der Menschen anschaue. Sprache ist oft ein heikles Thema, das zeigen zum Beispiel auch Debatten über Gleichberechtigung von Mann und Frau, Herkunft oder Sexualität.

Und um Sprache wird gekämpft. Etwa in den 1990er Jahren, als Deutschland schon einmal vor großen Herausforderungen in der Flüchtlingspolitik stand. Ist es übertriebene Political Correctness, neue Wörter zu suchen? Nein, meint Trabold. Sprache schaffe Bilder in den Köpfen. "Mein Eindruck ist, dass die Debatte über Sprache in den 90er Jahren ausgeprägter war", sagt Trabold.

Damals sei oft von "Asylanten" gesprochen worden. Die Endung -nt sei nicht besonders freundlich. Man denke an Querulant, Simulant. Heute sagt auch der Duden, Asylant werde "gelegentlich als abwertend empfunden". Für den Forscher Stefanowitsch gibt es viele Kampfbegriffe in der Flüchtlingsdebatte. "Wirtschaftsflüchtling" etwa beschreibe nicht, dass die Menschen oft aus absoluter Armut fliehen.

Vorsicht vor Pauschalisierungen

Medien und Politikern rät er, auf die Wörter "Asylkritiker" und "Asylgegner" zu verzichten. Sie seien nicht präzise und führten dazu, dass Menschen, die eine klarere Sprache nutzten, als Populisten bezeichnet würden. Er warnt aber auch vor anderen Pauschalisierungen. Es sei gut, zweimal über Begriffe wie Rassist oder Nazi nachzudenken. Aber wenn man zu dem Entschluss komme, solle man die Wörter nutzen.

Auch die Deutsche Presse-Agentur wird in ihrer Berichterstattung über Proteste und Angriffe gegen Flüchtlinge künftig nicht mehr von "Asylgegnern" oder "Asylkritikern" schreiben. "Das sind missverständliche Begriffe, die den tatsächlichen Sachverhalt verschleiern und beschönigen", sagt DPA-Chefredakteur Sven Gösmann. Stattdessen sollten in jedem Einzelfall die Demonstranten und Angreifer sowie deren Motivation so konkret wie möglich beschrieben werden. "Und wenn wir einen übergreifenden Begriff für die Gesinnung brauchen, die zu diesen Formen des Protestes führt, wird es am ehesten "Fremdenfeindlichkeit" sein."

Julia Kilian / DPA
Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.