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Duisburger Oberbürgermeister: Sauerland steht unter Korruptionsverdacht

Der Duisburger Oberbürgermeister Adolf Sauerland, der durch seinen Umgang mit der Loveparade-Katastrophe in Verruf geraten war, steht unter Korruptionsverdacht. Die Wuppertaler Staatsanwaltschaft ermittelt im Zusammenhang mit Wahlkampfspenden gegen den CDU-Politiker.

Gegen den Duisburger Oberbürgermeister Adolf Sauerland (CDU) wird wegen Korruptionsverdachts ermittelt. Man gehe dem Anfangsverdacht der Vorteilsannahme nach, gab ein Sprecher der Wuppertaler Staatsanwaltschaft bekannt. Sauerland stehe im Verdacht, gewusst zu haben, dass eine Parteispende an die CDU geleistet worden sei, "um ihn möglicherweise in irgendeiner Form zu beeinflussen".

"Wir haben den Ermittlern volle Kooperation zugesagt", sagte Sauerlands Anwalt. "Ich werde zunächst Akteneinsicht nehmen. Soweit Verdachtsmomente bestehen sollten, werden wir versuchen, diese so schnell wie möglich auszuräumen." Sauerland war am Mittwoch darüber informiert worden, dass er im Zusammenhang mit Korruptionsermittlungen rund um das NRW-Landesarchiv als Beschuldigter gilt.

Der Anfangsverdacht gegen Sauerland hatte sich laut Staatsanwaltschaft im Zusammenhang mit Ermittlungen ergeben, die unter anderem wegen des Ankaufs eines Geländes zum Neubau des Landesarchivs geführt werden. Zwei Projektentwickler stehen dabei im Verdacht, Parteispenden geleistet zu haben, um Einfluss auf politische Entscheidungen zu nehmen. Zudem sollen sie über einen Rechtsanwalt Zuwendungen an Entscheidungsträger veranlasst haben. Im Zusammenhang mit den Vorwürfen wurden am Mittwoch in Nordrhein-Westfalen mehrere Objekte durchsucht. Der Tatbestand der Vorteilsannahme wird mit einer Geldstrafe oder Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren geahndet.

Ergebnis der Stimmenauszählung am 12. Dezember

Erst im Oktober dieses Jahres, gut ein Jahr nach der Loveparade-Katastrophe mit 21 Toten, geriet Sauerland in die Schlagzeilen. Gegner des Oberbürgermeisters sammelten nach eigenen Angaben 79.149 Unterschriften für dessen Abwahl. Die Unterschriften wurden öffentlich ausgezählt und werden nun auf ihre Gültigkeit überprüft. Am 12. Dezember wird bei einer Ratssitzung offiziell das Ergebnis der Stimmenauszählung verkündet.

Bei mindestens 55.000 gültigen Stimmen muss dann innerhalb von drei Monaten das Abwahlverfahren stattfinden. Spätester Termin wäre der 11. März 2012.

mlr/DPA/AFP / DPA