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ZDF-Moderatorin: Dunja Hayali fordert nach Vergewaltigung in Freiburg schnellere Abschiebung der Täter

Journalistin und Moderatorin Dunja Hayali hat sich im Vergewaltigungsfall von Freiburg deutlich gegen Häme von rechts positioniert und Konsequenzen für die Beschuldigten gefordert.

Die Fernsehmoderatorin Dunja Hayali

Die Fernsehmoderatorin Dunja Hayali

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Wie schwierig und angespannt die politische Situation in Deutschland derzeit ist, sieht man an den Reaktionen auf ein schlimmes Verbrechen in Freiburg: Dort war eine junge Frau nach dem Discobesuch von mindestens acht Männern vergewaltigt worden, sieben davon sollen Asylsuchende aus Syrien gewesen sein. Während manche Rechten den Fall sofort für ihre Zwecke instrumentalisierten, da er ihre Vorurteile bestätigt, erweckten die Äußerungen manch anderer Politiker den Anschein, dass es ihnen wichtiger sei, gegen solche rassistischen Kommentare vorzugehen als Mitgefühl mit dem Opfer zu zeigen.

Dieses unwürdige Gezerre, das weder dem schrecklichen Fall noch dem Leid des 18-jährigen Opfers gerecht wird, stieß auch Moderatorin und Journalistin Dunja Hayali, 44, sauer auf. "Die Gruppenvergewaltigung, die in Freiburg passiert ist, ist entsetzlich, schrecklich, widerlich und abstoßend. Wie übrigens jede Vergewaltigung. Und jeder Täter gehört auch entsprechend bestraft“, schrieb Hayali in einem langen Posting auf Facebook.

Freiburg und darüber hinaus... Umgehend nach den ersten Nachrichten über die abscheuliche Gruppenvergewaltigung in...

Gepostet von Dunja Hayali am Sonntag, 28. Oktober 2018

Und sie fordert eindeutige Konsequenzen: Asylsuchende, die bereits Straftaten begangen haben und polizeibekannt sind, sollen konsequenter abgeschoben werden. "Dass Abschiebeverfahren zu lange dauern, dass sie aus 1000 Gründen rechtlich nicht umgesetzt werden (können) ... kann ja kein Ist-Zustand bleiben!" Im Zweifel würde sie auch eine Gesetzesänderung befürworten, durch die schnellere Abschiebungen von Kriminellen möglich werden.

Jemand wie die Moderatorin, die durch ihr Engagement für Toleranz und Zusammenhalt immer wieder von rechten Trollen angegangen wird, dürfte sich darüber im Klaren sein, dass eine solche Forderung bei vielen ihrer vormaligen Kritiker Häme und Selbstzufriedenheit auslösen wird. Und was die Rechten entzückt, dürfte ihr zugleich harsche Kritik von links einbringen. In der Tat überrascht ihr Standpunkt - ist Hayali "umgekippt"?

Nein, stellt sie klar. "Man kann sowohl Dinge, die schieflaufen, kritisieren und anprangern, als auch weiterhin für eine offene, tolerante, hilfsbereite Gesellschaft sein", so Dunja Hayali. Kurz: Man kann differenzieren. Weil nicht alle Menschen gleich sind. Auch nicht alle Menschen, die in einem Land geboren wurden. Weder alle Deutschen noch alle Syrer, Chinesen oder Iren. Aber die gesetzlichen Regeln hierzulande gelten für alle, und wer gegen sie verstößt, einen anderen Menschen so schwer verletzt – körperlich und seelisch – wie in Freiburg, der muss mit Konsequenzen rechnen.

Sie ist angeekelt davon, wie sich Rechte "hämisch darüber freuen, dass die Täter Flüchtlinge/Asylsuchende waren" und weist darauf hin: "Nebenbei erwähnt soll ja auch ein Deutscher dabei gewesen sein, was die Tat weder schlimmer noch weniger schlimm macht." Hayali macht deutlich: "Anteilnahme und Mitgefühl gelten ... hier zunächst und ganz deutlich dem Opfer!"

ZDF-Moderatorin Dunja Hayali steht vor dem Publikum in der Sendung "Das aktuelle Sportstudio" und moderiert