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Dutzende Verhaftungen: Großrazzia gegen rechte Szene

Razzien in mehreren Bundesländern, Dutzende Festnahmen - Die rheinland-pfälzische Justiz hat bei einer Großaktion eine mutmaßlich rechtsextreme Vereinigung ins Visier genommen.

Die Justiz in Rheinland-Pfalz ist gegen eine mutmaßliche rechtsextreme Vereinigung mit dem Namen "Aktionsbüro Mittelrhein" vorgegangen, die Mitglieder der linken Szene ausspioniert und angegriffen haben soll. Auf Antrag der Staatsanwaltschaft erließ eine Haftrichterin des Amtsgerichts Koblenz Haftbefehl gegen 24 Männer, wie die Koblenzer Ermittlungsbehörde am Dienstag mitteilte. 19 wird demnach Mitgliedschaft in einer kriminellen Vereinigung, drei Unterstützung einer kriminellen Vereinigung und zwei die Beteiligung an schwerem Landfriedensbruch vorgeworfen.

Insgesamt führt die Staatsanwaltschaft in Koblenz gegen 33 Verdächtige ein Ermittlungsverfahren wegen der Bildung oder Unterstützung der kriminellen Vereinigung "Aktionsbüro Mittelrhein", wegen gefährlicher Körperverletzung, schweren Landfriedensbruchs und des Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen. Die Verdächtigen stammen demnach aus Rheinland-Pfalz, Nordrhein-Westfalen und Thüringen, es sind auch sechs Frauen darunter.

Die Ermittlungen gegen das "Aktionsbüro Mittelrhein" begannen den Angaben zufolge Mitte 2010. Schwerpunkt der Betätigung der Organisation sei die "Anti-Antifa-Arbeit" gewesen: Die Gruppe habe Informationen über Mitglieder der linken Szene gesammelt und diese veröffentlicht, um ein Klima des Hasses zu schaffen und Ängste zu schüren. Außerdem seien Mitglieder des "Aktionsbüros" offen gewalttätig gegen Angehörige der linken Szene vorgegangen.

ono/AFP / AFP