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Tag der deutschen Einheit So drastisch unterscheidet sich das Leben in Ost und West - zwei Punkte machen Hoffnung

Der Osten hole wirtschaftlich auf, schreibt die Regierung in ihrem aktuellen Einheitsbericht. Dann kommt ein Aber. Es gibt nach wie vor deutliche Unterschiede zwischen Ost und West: "Und die Menschen im Osten spüren das." Das sind wichtigsten Unterschiede, die zwischen den Bundesländern heute existieren:


1. Wirtschaftskraft
Der Osten liegt in Sachen ökonomischer Stärker weiter hinter dem Westen – trotz wirtschaftlicher Fortschritte. Das Bruttoinlandsprodukt je Einwohner ist geringer. Es gibt keine großen Konzernzentralen in Ostdeutschland, obwohl internationale Konzerne mit ihren Werken dort präsent sind.


2. Löhne
Während der durchschnittliche Monatsbruttoverdienst im Westen bei 3330 Euro liegt, verdient man im Osten im Schnitt etwa 650 Euro weniger.


3. Arbeitslosenquote
Während in Westdeutschland 5,3 Prozent der Menschen 2017 arbeitslos gemeldet waren, waren es im Osten 7,6 Prozent. Im Vergleich zu früher ist das ein beträchtlicher Rückgang: 2006 lag die Arbeitslosenquote im Osten noch bei etwa 20 Prozent.


4. Internationalisierung
Die neuen Bundesländer hinken in Sachen Globalisierung hinterher: 2017 gab es weniger internationale Beschäftigte in Sachsen, Brandenburg, Thüringen und Co. In den meisten Gebieten lag der Anteil bei unter 6 Prozent. In süd- und westdeutschen Bundesländern lag er zumeist bei 15 Prozent oder sogar darüber.


5. Alterung
In den ostdeutschen Bundesländern sind 25 Prozent der Bevölkerung über 65 Jahre alt. Im Westen sind es etwa 20 Prozent.


In einigen Bereichen liegen die neuen Bundesländer jedoch vorn:


1. Geburtenrate
2016 lag die Geburtenrate im Osten bei 1,64 Kindern je Frau. Im Westen war sie etwas geringer (1,6). Leider ist diese Tendenz laut des Berichts wohl nur ein kurzfristiges Phänomen: Auf lange Sicht erwarten Experten einen Geburtenrückgang von ca. 25 Prozent in Ost- und 11 Prozent in Westdeutschland.


2. Frauen im Beruf
Mütter in neuen Bundesländern arbeiten im Schnitt 8.4 Stunden mehr pro Woche.   Das begründet die Regierung damit, dass Familie und Beruf im Osten einfacher zu vereinbaren sind.   Das liege unter anderem an einer besseren Infrastruktur für Kinderbetreuung. Es gibt flächendeckend Hort- und Ganztagsangebote.   Während 2016 fast 80 Prozent der Mütter mit Kindern unter drei Jahren Vollzeit oder Vollzeitnah arbeiteten, sind es in den alten Bundesländern gerade mal 40 Prozent.


3. Geringere Einkommensschere
Die Nettoeinkommen sind im Osten weniger ungleich verteilt als in den alten Bundesländern.
Der Bericht der Bundesregierung zeigt auch 20 Jahre nach dem Mauerfall: Die Lebensrealität von West- und Ostdeutschen ist nach wie vor von Unterschieden geprägt. 
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Der Osten hole auf, aber es gibt nach wie vor deutliche Unterschiede zwischen Ost und West: "Und die Menschen im Osten spüren das." Das sind die wichtigsten Unterschiede, die zwischen den Bundesländern heute existieren.

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