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Ex-Verfassungsschutzpräsident: Pfahls soll in China festgesetzt worden sein

Pfahls soll in China festgesetzt worden sein

Hamburg - Der wegen Bestechlichkeit und Steuerhinterziehung gesuchte Ludwig-Holger Pfahls, 60, soll von chinesischen Behörden durch Pass-Entzug festgesetzt worden sein. Das erfuhr der stern aus zuverlässiger Quelle. BKA-Zielfahnder vermuten schon lange, dass der Ex-Verfassungsschutzpräsident und Ex-Daimler-Manager in China untergetaucht sein könnte. Vor allem der US-Geheimdienst CIA hat offenbar in China wegen Pfahls interveniert - der Ex-Rüstungsstaatssekretär soll dorthin Unterlagen über geheime Rüstungsprojekte geliefert haben, an denen auch die USA beteiligt war.

Über eine Auslieferung will der Augsburger Oberstaatsanwalt Reinhard Nemetz, der die Ermittlungen führt, nicht spekulieren: "Der Auslieferungsverkehr mit China ist vertragslos. China ist nicht verpflichtet, einem solchen Ersuchen nachzukommen." Aber "unterstellt, die Chinesen hätten uns bereits unterstützt bei der Abklärung gewisser Spuren, spräche das für eine Kooperationsbereitschaft der chinesischen Seite und ließe die Hoffnung zu, dass er, wenn er sich dort aufhielte, auch ausgeliefert würde." Das Auswärtige Amt in Berlin bestätigte dem stern, vom BKA über Pfahls’ möglichen Aufenthaltsort informiert worden zu sein, wollte aber wegen der laufenden Ermittlungen keine weiteren Angaben machen.

Nachrichtenredaktion