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Angst vor Wahlkampfbeeinflussung SPD fordert von Facebook mehr Einsatz gegen Falschnachrichten

Die SPD fordert, dass Facebook seinen Nutzern nach Fake-News auch die Richtigstellung anzeigt
Die SPD fordert, dass Facebook seinen Nutzern nach Fake-News auch die Richtigstellung anzeigt
© Oliver Berg/DPA
Falschmeldungen können sich in sozialen Netzwerken rasend schnell verbreiten. Facebook sollte dagegen bestimmter vorgehen, meint die SPD. Die Forderung kommt vor allem mit Blick auf die Bundestagswahlen 2017.

Die Zahl der Menschen, die Nachrichten über die sozialen Netzwerke beziehen, steigt. Dabei werden auch falsche Informationen vermehrt verbreitet. Die SPD nimmt nun Facebook in die Pflicht: Das soziale Netzwerk solle seine Anstrengungen zur Bekämpfung sogenannter Fake-News ausweiten.

Lars Klingbeil, der netzpolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, warf Facebook vor, seiner Verantwortung gegenüber der Millionen Nutzer in Deutschland nicht gerecht zu werden. Für das Milliarden-Unternehmen sei es technisch leicht, gegen offensichtliche Falschmeldungen vorzugehen, sagte er dem Redaktionsnetzwwerk Deutschland (RND). Bei Spam-Nachrichten gelinge das schließlich auch.

Lügenkampagnen und Fake-News bei Facebook

"Wenn offensichtliche Lügenkampagnen und Fake-News eine große Reichweite erzielen, könnte ohne Probleme allen Nutzern, die das gesehen haben, auch die Richtigstellung angezeigt werden", sagte Klingbeil. Dafür sei auch mehr Personal nötig. "Ich wundere mich, warum Facebook nicht längst in die Expertise von Journalisten und Wissenschaftlern investiert, um offensichtliche Fakes aufzudecken und einzuordnen", sagte der SPD-Politiker.

Politiker in Deutschland befürchten, dass der Bundestagswahlkampf im kommenden Jahr durch gezielte Desinformationen im Internet beeinflusst wird. In der Union wird nicht ausgeschlossen, dass damit eine Abwahl von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) bewirkt werden soll. Als einen möglichen Urheber nannte Unions-Fraktionsgeschäftsführer Michael Grosse-Brömer (CDU) am Dienstag den russischen Präsidenten Wladimir Putin, dem es nicht gefalle, wie kritisch Merkel gegenüber Moskau sei.

fri DPA

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