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Fachkräftemangel: Regierung will Hürden für Zuwanderung abbauen

Die Regierung streitet noch, wie der Mangel an Fachkräften am besten zu beheben ist. Die FDP will die Zuwanderung qualifizierter Kräfte erleichtern, die Union zögert. Nun sollen als erster Schritt die Hürden für ausländische Ingenieure und Ärzte gesenkt werden.

Im Streit um ausländische Fachkräfte setzt Forschungsministerin Annette Schavan noch in dieser Woche auf eine Entscheidung der Koalition. Das konservativ-liberale Kabinett werde sein Konzept gegen den Fachkräftemangel in den kommenden Tagen beschließen, sagte die CDU-Politikerin in einem Interview der "Passauer Neuen Presse". Ihren Worten zufolge besteht etwa Einigkeit darüber, dass die Vorrangprüfung für Ingenieure und Ärzte abgeschafft wird. Dies sei ein wichtiger Schritt, da es sich um Berufsfelder mit "schon heute gravierendem Bewerbermangel" handle.

Die Regierungskoalition wolle vor allem bürokratische Hürden abbauen, sagte Schavan weiter. "Es muss in Zukunft nicht mehr nachgewiesen werden, dass für offene Stellen kein Bewerber aus Deutschland oder der Europäischen Union gefunden werden konnte", sagte sie der Zeitung. Zudem will die Koalition demnach Zuwanderer, die in Deutschland leben, stärker an den Arbeitsmarkt heranführen. "Die Anerkennung ausländischer Abschlüsse werden wir gesetzlich erleichtern und damit etwa 300.000 Menschen erreichen", sagte die Bildungsministerin der "Passauer Neuen Presse".

Bundeskanzlerin Angela Merkel drückte am Montag in der Debatte auf die Bremse. Die CDU-Vorsitzende forderte die Wirtschaft auf, die nötigen Mitarbeiter vorrangig in Deutschland zu suchen. Die Firmen sollten sich intensiver um ältere Arbeitnehmer, Migranten und die Vereinbarkeit von Beruf und Familie kümmern, sagte sie zwei Tage vor ihrem Treffen mit Arbeitgebern und Gewerkschaften zu dem Thema.

Das Kabinett berät am Mittwochmorgen über das Konzept zur Fachkräftesicherung, am Nachmittag dann treffen sich Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und zahlreiche Minister unter anderem mit DGB-Chef Michael Sommer und Arbeitgeberpräsident Dieter Hundt, um über das Thema zu sprechen. Bisher konnten die Differenzen vor allem zwischen Innenministerium einerseits und den Arbeits-, Wirtschafts- und Forschungsministerien andererseits allerdings nicht beigelegt werden.

cjf/AFP/Reuters / Reuters