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Protest gegen EU-Flüchtlingspolitik Menschenrechtler vergraben doch keine Leichen vor Bundestag


Eine Künstlergruppe wollte beim "Marsch der Entschlossenen" Leichen von Flüchtlingen vor dem Reichstagsgebäude begraben, die auf dem Mittelmeer gestorben waren. Am Ende wurde weniger drastisch protestiert, dennoch gab es Festnahmen.

Die umstrittene Kunstaktion zu den im Mittelmeer gestorbenen Flüchtlingen vor dem Berliner Kanzleramt ist am Sonntag in stark abgewandelter Form über die Bühne gegangen. An einer Demonstration vor dem Reichstag beteiligten sich nach Polizeiangaben 5000 Menschen. Allerdings hätten die Veranstalter vom "Zentrum für politische Schönheit" darauf verzichtet, Leichen von Flüchtlingen mit sich zu führen und vor Ort zu begraben. Dies war den Initiatoren durch eine polizeiliche Auflage untersagt worden. Ebenfalls war ihnen verweigert worden, bis unmittelbar vor das Kanzleramt zu ziehen.

 Den Polizeiangaben zufolge überwanden die Demonstranten einen Zaun, um auf die Wiese vor dem Reichstag zu gelangen. Dort erinnerten sie mit zahlreichen Holzkreuzen und Tafeln mit Sprüchen wie "Die Bundesregierung wendet sich ab" oder "Grenzen töten" an die ertrunkenen Flüchtlingen. In drei mitgebrachten Särgen hätten sich aber keine Leichen befunden, teilte der Polizeisprecher mit. Um dies unter Beweis zu stellen, hätten die Veranstalter die Särge im Vorfeld der Gerichtsmedizin zeigen müssen.

Nachdem die Demonstranten auf die eingezäunte Wiese gelangt waren, forderte die Polizei sie auf, den Platz wieder zu verlassen - was die meisten von ihnen den Angaben zufolge auch taten. Es gab jedoch einzelne Festnahmen, zudem wurden Anzeigen erstattet, unter anderem wegen Landfriedensbruch.

 Das "Zentrum für politische Schönheit" ist eine Berliner Menschenrechts- und Aktionskünstlergruppe. Am vergangenen Dienstag hatte die Gruppe nach eigenen Angaben die Leiche einer auf der Flucht im Mittelmeer ertrunkenen Syrerin auf einem Friedhof in der Hauptstadt im Beisein eines Imams beerdigt. Die Aktionen sollen auf das Schicksal Tausender im Mittelmeer ertrunkener Flüchtlinge aufmerksam machen.

ono AFP

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