HOME

Forsa-Umfrage: CSU erringt 50 Prozent

Die CSU muss bei den kommenden Landtagswahlen in Bayern zwar mit deutlichen Verlusten rechnen. Für die absolute Mehrheit könnte es nach einer Umfrage des stern dennoch reichen - auch, weil die Linke den Sprung ins Parlament vermutlich verpassen wird.

Von Sebastian Christ

Die entscheidende Frage für die CSU in diesem September lautet: Steht die absolute Mehrheit oder nicht? Laut einer aktuellen Umfrage von Forsa im Auftrag von des stern und des Radiosenders "Antenne Bayern" brauchen sich die Christsozialen weniger Sorgen zu machen als bislang gedacht. Wenn morgen Landtagswahl wäre, würden immerhin 50 Prozent der Wähler ihr Kreuz bei der CSU machen.

Das wären zwar knapp elf Prozentpunkte weniger als 2003 - es würde aber immer noch zu einer komfortablen Mehrheit im Maximilianeum, dem Sitz des bayerischen Parlaments, reichen. Die SPD käme auf 19 Prozent, die Grünen auf neun. Überraschend lediglich das starke Abschneiden der Freien Wähler: Aus dem Stand heraus würden sie mit acht Prozent die vierstärkste Kraft im Parlament werden. Die FDP könnte sich auf sechs Prozent verbessern, die Linke dagegen käme mit vier Prozent nicht in den Landtag.

Hälfte der Wähler unentschlossen

Die große Unbekannte im bayerischen Wahlkampf ist die Gruppe der Unentschlossenen. Insgesamt 48 Prozent der Bayern wissen derzeit nicht, für wen sie stimmen sollten. Damit könnten die Spontanwähler wahlentscheidend werden.

Ein weiteres Ergebnis der Umfrage: Günther Beckstein ist Bayerns beliebtester Landespolitiker. Von allen Befragten sagten 71 Prozent, dass sie den Franken sympathisch fänden. Außerdem sagten nur 20 Prozent, dass er seine Arbeit schlechter als erwartet mache. Sein Rivale, der SPD-Spitzenkandidat Franz Maget, kommt bei 57 Prozent der Bayern gut an. Damit liegt er noch hinter den CSU-Politikern Horst Seehofer (64 Prozent), Christine Haderthauer (59 Prozent) und Joachim Hermann (59 Prozent) sowie dem bayerischen Grünen-Chef Sepp Daxenberger (65 Prozent). Hinzu kommt, dass Maget längst nicht jedem Bayern bekannt ist: Nur 70 Prozent können mit seinem Namen etwas anfangen. Günther Beckstein (96 Prozent) kennt dagegen fast jeder.

Huber eher unbeliebt

Erwin Huber und Markus Söder gehören dagegen zu den unbeliebteren Politikern. Nur 48 beziehungsweise 46 Prozent finden die beiden CSU-Größen sympathisch. Schlusslicht in der Skala ist die Stoiber-Rebellin Gabriele Pauli, mittlerweile Direktkandidatin der Freien Wähler: Nur 40 Prozent der Bayern mögen sie.

Eine relative Mehrheit der Bayern sagt, dass die CSU am besten mit den Problemen im Lande fertig werden würde: 37 Prozent sind dieser Meinung. Der SPD trauen das nur neun Prozent zu. Allerdings glauben mittlerweile 45 Prozent, dass keine der Parteien dazu fähig wäre. Mit der Arbeit der bayerischen Landesregierung sind 56 Prozent der Befragten zufrieden.

Die schmerzhafteste Feststellung für die CSU: Eine Mehrheit glaubt nicht mehr, dass die Huber-Partei das bayerische Lebensgefühl verkörpern würde. Das sagen insgesamt 55 Prozent der Befragten. Nur noch 37 Prozent trauen das den Christsozialen zu. Außerdem sagen 65 Prozent der Bayern, dass die CSU keine moderne Partei mehr sei.