HOME

Franz Müntefering: "Tiefe Zuneigung" und langer Atem

Laut Boulevardmedien gibt es einen besonderen Zusammenhang zwischen der angeblich fantastischen Gemütslage von Franz Müntefering und einer 29-jährigen Mitarbeiterin namens Michelle Schumann. Ob es an deren "tiefer Zuneigung" liegt, wie es die "Bild"-Zeitung nennt? Der SPD-Chef strotzt jedenfalls vor Tatendrang.

Es ist kein einfaches Jahr für die SPD: Im Herbst wird gewählt, und in Umfragen liegt sie weit hinter der Konkurrenz von der Union. Der Job eines Parteivorsitzenden ist es dabei, das eigene Lager zu motivieren, für Zuversicht und Schwung zu sorgen. Die Zeitschrift "Bunte" hat jetzt bei SPD-Chef Franz Müntefering eine besonders große Zuversicht ausgemacht, will gar ein vermeintliches Aufblühen registriert haben. In einem Artikel in seiner jüngsten Ausgabe stellt das Blatt diese Gemütslage des mächtigen 69-Jährigen in direkten Zusammenhang mit einer Frau: Der 29-jährigen Michelle Schumann, einer Mitarbeiterin in Münteferings Bundestagsbüro.

Eine Bestätigung für eine Liaison oder eine dieszbezügliche Äußerung gibt es zwar noch nicht. Aber auch die "Bild"-Zeitung nahm die Liaison unter die Lupe und kam zu dem Ergebnis, dass sich zwischen beiden "eine tiefe Zuneigung" entwickelt habe. So zumindest schildert es ein "enger Vertrauter" Münteferings der Zeitung. Seit Februar oder März habe sich eine "freundschaftliche Beziehung" entwickelt. "Bild" schlussfolgert in gewohnter Manier: "Irgendwann muss es zwischen ihnen gefunkt haben!"

Ob es neues Liebesglück ist, das Müntefering beflügelt? Jedenfalls sagte der SPD-Chef der "Rheinischen Post" vor Tatendrang nur so strotzend: "Ich habe schon vor, eine Strecke daraus zu machen. Ich habe mir viel vorgenommen." Beim SPD-Bundesparteitag im November werde er zunächst für zwei weitere Jahre als Parteivorsitzender kandidieren. "Wie das bei uns üblich ist. Und dann schauen wir mal weiter."

Rückzug aus der Politik im Jahr 2007

Münteferings Privatleben hatte in den vergangenen Jahren für Aufsehen gesorgt, weil der Politiker im November 2007 die Ämter des Arbeitsministers und des Vizekanzlers niedergelegt hatte, um seine krebskranke Frau Ankepetra zu pflegen. Müntefering erfuhr damals viel Anerkennung für diesen Schritt. Er zog sich aus der Politik zurück und kümmerte sich um seine Frau bis zu deren Tod im Sommer 2008. Erst im September 2008, als der damalige SPD-Chef Kurt Beck aus dem Amt gedrängt worden war, kehrte Müntefering auf die Berliner Bühne und als Boss ins Willy-Brandt-Haus zurück.

Michelle Schumann, in deren Umfeld es dem Politiker so gut gehen soll, ist ausgebildete Kinderpflegerin und Journalistin. Seit Ende 2008 ist sie auch als Mitarbeiterin in Münteferings Bundestagsbüro tätig. Sie stammt aus Herne, ist eine überzeugte Genossin, lebt in Berlin-Kreuzberg und hat auch schon für das Parteiorgan "Vorwärts" geschrieben. Zudem ist sie Mitglied im Landesvorstand der SPD in Nordrhein-Westfalen. Ihr politisches Talent ist bereits vom ehemaligen nordrhein-westfälischen Regierungschef und heutigen Finanzminister Peer Steinbrück gepriesen worden.

fgü/ben