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Umstrittener Unkrautvernichter Glyphosat: Das steckt hinter dem Gift und seiner Verwendung

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Glyphosat ist seit Jahren das meist verwendete Unkrautvernichtungsmittel der Welt.
Allein in Deutschland werden jährlich über 5000 Tonnen genutzt.
Vor allem bei Raps, Hülsenfrüchten und Wintergerste kommt das Mittel zum Einsatz.


Glyphosat blockiert ein Enzym im Unkraut-Gewächs, das daraufhin abstirbt.
Es wird vor oder nach dem Anbau der Ernte auf das Feld gestreut. 


Die Wirkung von Glyphosat auf den Menschen ist seit Jahren Gegenstand von Diskussionen.
Die Weltgesundheitsorganisation WHO stufte den Wirkstoff 2015 als "möglicherweise krebserregend“ ein.
Die europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit stellt dagegen kein Krebsrisiko fest.
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Fünf weitere Jahre ist der Unkrautvernichter Glyphosat in der EU zugelassen. Wo das Mittel ausgebracht wird, wächst kein Gras mehr.

Glyphosat ist ein sogenanntes Total-Herbizid, es wirkt auf alle grünen Pflanzen. Der Wirkstoff blockiert ein Enzym, das Pflanzen zur Herstellung lebenswichtiger Aminosäuren brauchen, das aber auch in Pilzen und Mikroorganismen vorkommt.

Wo Glyphosat ausgebracht wird, wächst kein Gras mehr - auch kein Kraut, Strauch oder Moos. Ackerflächen können so vor oder kurz nach der Aussaat und nochmals nach der Ernte unkrautfrei gemacht werden.

Glyphosat: Seit den 70ern zugelassen

Glyphosat wird auf rund 400 Millionen Hektar überwiegend landwirtschaftlich genutzter Flächen eingesetzt, berichtete das Marktforschungsunternehmen Kleffmann Group. Zum Vergleich: Agrarflächen umfassen in Deutschland 16,7 Millionen Hektar.

Der vom US-Konzern Monsanto entwickelte Wirkstoff wurde 1974 erstmals zugelassen. Im Jahr 2000 lief das Patent aus, seither werden Glyphosat-haltige Produkte auch von anderen Herstellern angeboten. Verkauft werden jährlich rund 850 000 Tonnen solcher Mittel, in Deutschland sind es etwa 5000 Tonnen. 

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pg DPA

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