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Hamburg-Wahl: Die Gespenster des Ole von Beust

Ronald Schill, Roger Kusch: Zwei Namen aus einer tiefschwarzen Vergangenheit, die Hamburgs Erster Bürgermeister Ole von Beust überwunden zu haben scheint. Welche Rolle spielen die beiden Rechtsausleger für ihn heute noch? stern.de fragte nach.

Es war eine der schmierigsten politischen Affären, die Hamburg jemals erlebt hat. Im August 2003 versuchte der damalige Innensenator Ronald Schill von der Partei "Rechtsstaatliche Offensive" den Ersten Bürgermeister Ole von Beust unter Druck zu setzen: Schill beschuldigte von Beust, Privates mit Politischem zu vermischen, da er ein Liebesverhältnis zu Justizsenator Roger Kusch (CDU) unterhalte. Bekannt war, dass von Beust den Juristen Kusch in den Senat geholt und ihm seine Eigentumswohnung am Hamburger Hansaplatz vermietet hatte.

Von Beust entließ Schill und setzte Neuwahlen an, bei denen die CDU die absolute Mehrheit holte. Schill setzte sich 2004 nach Lateinamerika ab. Kusch outete sich als homosexuell, stolperte aber politisch, weil er vertrauliche Unterlagen aus seiner Behörde weitergab. 2006 wurde auch Kusch entlassen. Nun tritt er mit seiner Rechtspartei "Heimat Hamburg" zu den Wahlen 2008 an.

Herr von Beust, es gibt zwei Gespenster aus Ihrer Vergangenheit, die jetzt wieder in Hamburg spuken. Das eine ist Ronald Schill, das andere Roger Kusch.

Schill war nur kurz in Hamburg, um seinen Pass verlängern zu lassen. Er ist jetzt wohl wieder in Brasilien.

… und ernährt sich auf Steuerzahlerkosten von seiner Pension als Richter.

Welche Ansprüche er da genau hat, weiß ich nicht; da gelten für ihn die selben Regeln wie für alle Anderen. Aber eigentlich interessiert mich das auch nicht mehr.

Roger Kusch könnte Sie mit seiner rechten Splitterpartei "Heimat Hamburg" tausende Stimmen kosten - vielleicht die entscheidenden.

Da mache ich mir keine Sorgen. Das sind keine CDU-Wähler, die zu Kusch abwandern könnten. Seine Partei wird vermutlich weniger als ein Prozent bekommen.

Kusch war immerhin mal ihr Justizsenator. Sprechen Sie noch mit Kusch?

Nicht über Politik. Aber er ist immer noch mein Mieter, da bleibt gelegentlicher Kontakt nicht aus.

Das ausführliche Interview mit Ole von Beust lesen Sie am Donnerstag im stern und auf stern.de

Interview: Lutz Kinkel