Hessen Koch will die Kommunisten stoppen


Die jüngsten Wahlumfragen haben bei der hessischen CDU offenbar für Unruhe gesorgt. Um die Macht im Land nicht zu verlieren, versucht es Ministerpräsident Koch mit einer neuen Anzeigenkampagne. Er warnt vor einem Linksbündnis.

Die hessische CDU will in der Schlussphase des Wahlkampfes mit einer neuen Plakatkampagne die nach Umfragen mögliche linke Mehrheit im Wiesbadener Landtag abwenden. CDU-Generalsekretär Michael Boddenberg stellte am Freitag in Wiesbaden ein neues Plakat vor, auf dem vor einem "Links-Block" in Hessen gewarnt wird: "Ypsilanti, Al-Wazir und die Kommunisten stoppen!"

Das Plakat nimmt Bezug auf die SPD-Spitzenkandidatin Andrea Ypsilanti, den hessischen Grünen-Chef Tarek Al-Wazir sowie die hessische Linkspartei. Boddenberg sagte, es gehe bei der Wahl um die Entscheidung, ob Hessen künftig von einer bürgerlichen Mehrheit oder einem Linksbündnis regiert werde. Die Union wolle mit ihrer Kampagne einen Einzug der Linkspartei in den Landtag verhindern.

"Harte Antworten" notwendig

"Dabei bleiben wir bis zum letzten Tag." Ein zweites Plakat nimmt unter der Überschrift "Gewalt braucht eine harte Antwort" Bezug auf die Koch-Kampagne gegen Jugendkriminalität. Boddenberg sagte zu den sinkenden Sympathiewerten in den Umfragen für Ministerpräsident Roland Koch, in der Schlussphase des Wahlkampfes stelle sich der Wähler die Frage, wer dieses Land besser regieren könne: "Da geht es nicht um Sympathie, da geht es um Kompetenz."

Der Generalsekretär verwies auf das für Sonntag geplante TV-Duell zwischen Koch und Ypsilanti. Dort werde sich jeder Wähler ein Bild machen können, wer zu Themen wie Straßenbau, Bildung oder dem Ausbau des Frankfurter Flughafens die besseren Konzepte habe: "Das wir eine spannende Auseinandersetzung."

Bei der Landtagswahl in gut einer Woche könnte einer Umfrage zufolge die CDU selbst mit Unterstützung der FDP nicht weiterregieren. Aber auch für Rot-Grün gäbe es keine Mehrheit, wie aus dem am Freitag veröffentlichten ZDF-Politbarometer hervorgeht. Nach den Ergebnissen des Politbarometers kommt die CDU auf 38 und die SPD auf 37 Prozent. Die Grünen und die FDP erhielten laut Projektion jeweils acht Prozent, der Einzug der Linkspartei ins Parlament ist mit fünf Prozent unsicher. Am Donnerstag hatte bereits die ARD eine Infratest-Umfrage veröffentlicht, bei der CDU und SPD ebenfalls auf 38 beziehungsweise 37 Prozent kamen.

DPA/AP AP DPA

Mehr zum Thema


Wissenscommunity


Newsticker