Hessischer CDU-Politiker Casimir Prinz Wittgenstein ist tot


Der langjährige Schatzmeister der hessischen CDU, Casimir Prinz Wittgenstein, eine der Schlüsselfiguren der Parteispendenaffäre des Jahres 2000, ist tot.

Der langjährige Schatzmeister der hessischen CDU, Casimir Prinz Wittgenstein, eine der Schlüsselfiguren der Parteispendenaffäre des Jahres 2000, ist tot. Dies bestätigte ein Sprecher der Landespartei am Donnerstag in Wiesbaden ohne weitere Einzelheiten mitzuteilen. Nach einem Bericht der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" starb Wittegnstein am vergangenen Sonntag in Hamburg.

Wittgenstein hatte gemeinsam mit dem späteren Bundesinnenminister Manfred Kanther und dem Finanzberater der Hessen-CDU, Horst Weyrauch, Ende 1983 insgesamt 20,8 Millionen Mark (10,61 Millionen Euro) aus dem Vermögen der Landespartei in die Schweiz transferiert. In den Folgejahren verschwieg die Hessen-CDU die Existenz der Millionen, die daraufhin 17 Jahre lang in keinem Rechenschaftsbericht der Partei auftauchten.

Als Ende 1999 rätselhafte Geldzuflüsse in Millionenhöhe an die Landespartei bekannt wurden, versuchte Wittgenstein dies damit zu erklären, reiche Juden im Ausland hätten die Partei als Erbe eingesetzt. Tatsächlich stammte das Geld aus der schwarzen Kasse in der Schweiz. Für die Legende von den "jüdischen Vermächtnissen" musste sich der CDU-Landesvorsitzende, Ministerpräsident Roland Koch, später beim Zentralrat der Juden entschuldigen. Wittgenstein wurde 2004 gemeinsam mit Kanther und Weyrauch vor dem Landgericht Wiesbaden wegen Untreue angeklagt. Wegen seines schlechten Gesundheitszustands musste das Verfahren gegen den ehemaligen Schatzmeister jedoch im März 2005 eingestellt werden.

APN APN

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