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HINTERGRUND: Minenschutz von Militärfahrzeugen

Vor dem Hintergrund der NATO-Einsätze im Kosovo und in Mazedonien ist der Minenschutz von Fahrzeugen der Bundeswehr ins Gerede gekommen.

Vor dem Hintergrund der NATO-Einsätze im Kosovo und in Mazedonien ist der Minenschutz von Fahrzeugen der Bundeswehr ins Gerede gekommen. Im Mittelpunkt stehen dabei der Schützenpanzer »Marder« und das gepanzerte Transportfahrzeug »Dingo«.

Der »Marder« ist ein gepanzertes Vollkettenfahrzeug, das bei der Bundeswehr in der Panzergrenadiertruppe eingesetzt wird. Er fasst neun Soldaten und ist für ein Zusammenwirken mit dem größeren Kampfpanzer »Leopard« konzipiert. Beide Panzertypen verfügen nach einem internen Bericht des Heeres von Ende Juni nur über einen eingeschränkten Schutz gegen moderne Panzerabwehrminen.

Die »Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung« zitierte aus dem Bericht, der »Marder« verfüge »über keinen bedrohungsgerechten Minen- und Sekundärsplitterschutz«. Dadurch sei er »Gefährdungen mit überwiegend letaler (tödlicher) Wirkung« ausgesetzt. Gefahr bestehe besonders bei Minenexplosionen unter dem Wannenboden des Panzers.

280 Millionen Mark für Nachrüstung

Die Kosten der Nachrüstung der »Marder«- und »Leopard«-Panzer mit einem zusätzlichen Minenschutz bezifferte der Vorsitzende des Bundeswehrverbandes, Bernhard Gertz, in der vergangenen Woche mit 280 Millionen Mark. Bislang versuchte die Bundeswehr, den mangelnden Schutz der Soldaten durch den Einsatz von Minenräumern und besondere Verhaltensregeln für unbekanntes Gelände auszugleichen.

Der »Dingo« ist das erste gepanzerte Fahrzeug, bei dem die neuen Minen-Risiken schon in der Konzeption berücksichtigt wurden. Das Transportfahrzeug für bis zu fünf Personen ist nicht nur minengeschützt, sondern auch äußerst wendig und geländegängig.

Auf Grund seines relativ geringen Gewichts kann der »Marder« zudem per Flugzeug transportiert werden. Er gilt daher als besonders geeignet für die Verwendung bei Auslandseinsätzen wie im Kosovo oder in Mazedonien. Die Union hat deshalb ebenso wie der Bundeswehrverband seit Monaten gefordert, zusätzliches Geld für die beschleunigte Beschaffung von »Dingo«-Transportern bereitzustellen.