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Namensvielfalt Alle Wetter! Hochs und Tiefs sollen in Zukunft auch Ahmed oder Hakim heißen

Ein Paar steht bei Sturm an einem Strand
Wetterphänomene sollen diversere Namen bekommen (Symbolbild)
© Belle Co / Pexels
Tiefdruckgebiete heißen Ulf, Hochdruckgebiete Rosamunde – und umgekehrt. Auf der Wetterkarte finden sich fast nur traditionelle deutsche Namen. Das soll sich ändern.

Wetterphänomene – Hochs, Tiefs oder auch Stürme – haben mitunter ungewöhnliche Namen. 2021 wird es etwa Tiefdruckgebiete namens Siegbert, Ulf oder Quirin geben oder Hochs mit den Namen Lioba, Walpurga und Rosamunde. Aber auch Silvi oder Peter sind vertreten. Alle gemeinsam haben sie eins: Es sind sehr traditionelle – manchmal geradezu total veraltete – deutsche Namen.

Das fiel auch dem Verein "Neue Deutsche Medienmacher:innen" auf. Und es gefiel den Mitgliedern nicht. Schließlich haben rund 26 Prozent der Deutschen einen Migrationshintergrund, und die meisten von ihnen heißen weder Peter noch Silvi oder Walpurga. Und so sehen sich rund ein Viertel der Menschen in Deutschland auf der Wetterkarte niemals vertreten.

Verein übernahm Namens-Patenschaften

Das ist allerdings keine Bosheit der deutschen Meteorologen, sondern eine Art "Fehler im System". Denn für Hoch- und Tiefdruckgebiete können von jedem Bürger – gegen Geld – Patenschaften übernommen werden. Der Pate darf nach Überweisung eines bestimmten Obolus über einen Namen, der in dem jeweiligen Jahr vergeben wird, entscheiden. Das wissen allerdings nicht alle Menschen. Und leisten kann es sich auch nicht jeder.

Doch nun griffen die "Neuen Deutschen Medienmacher:innen" ein – und übernahmen 14 Wetterpatenschaften. "Das Wetter diverser zu machen, ist nur ein symbolischer Schritt", sagt die Vorsitzende Ferda Ataman. "Wichtig ist, dass gesellschaftliche Vielfalt endlich Normalität wird, überall." Und so tauchen auf der Liste der 2021 anstehenden Hochs und Tiefs nun auch, unter anderem Ahmed und Hakim, Dragica und Chana auf.

Menschen mit Migrationshintergrund sichtbar machen

"Die Wetterpatenschaften im Januar sollen zur Anregung dienen", so Ataman, sie "werden durch Spenden finanziert". Der Verein hat zudem eine Website eingerichtet, auf der er sein Projekt "Wetterberichtigung" erklärt. Für die Mitglieder ist das Wetter nur ein erster Schritt auf dem Weg, Menschen mit Migrationshintergrund innerhalb der Gesellschaft sichtbarer zu machen – aber ein wichtiger.

Quellen:  "Wetterberichtigung", Institut für Meteorologie

wt

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