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Jahresrückblick

Innenpolitische Zitate des Jahres: "Ich lasse mich nicht von einer Kanzlerin entlassen, die nur wegen mir Kanzlerin ist"

GroKo-Verhandlungen, Unions-Zoff, Vogelschiss: Das innenpolitische Jahr 2018 war alles andere als langweilig. Das zeigen auch die deftigen Sprüche von Seehofer, Nahles, Gauland und Co. Die Zitate des Jahres aus der deutschen Politik.

Bundesinnenminister und CSU-Chef Horst Seehofer, SPD-Vorsitzende Andrea Nahles, AfD-Chef Alexander Gauland

Sprüche können sie: Bundesinnenminister und CSU-Chef Horst Seehofer (l.), SPD-Vorsitzende Andrea Nahles, AfD-Chef Alexander Gauland

DPA

Erinnern Sie sich noch an den erbitterten Streit innerhalb der SPD über den erneuten Eintritt in eine Große Koalition? Oder den Vogelschiss des AfD-Vorsitzenden Alexander Gauland? Oder den Konfrontationskurs von Horst Seehofer und der CSU im Asylstreit mit der CDU, der die Republik bis an den Rand eines historischen Auseinanderbrechens der Union und damit der gesamten Bundesregierung trieb?

Der Rückblick auf die politischen Ereignisse in Deutschland zeigt: Das Jahr 2018 war voller dramatischer, trauriger, ernsthafter, aber auch komischer Höhepunkte. Und die Politiker trugen mit ihren teils deftigen Sprüchen ihren Teil dazu bei.

Lesen Sie die innenpolitischen Zitate des Jahres:

Seehofer nach Bayernwahl

"Sie glauben gar nicht, wenn man jeden Tag direkt neben Angela Merkel am Tisch sitzt, verliert man alle Eigenschaften eines bayerischen Löwen. Man wird wirklich zahm."


CSU-Chef Horst Seehofer am 12. Januar nach den Sondierungsgesprächen beim Neujahrsempfang der bayerischen Staatsregierung in der Münchner Residenz.

© Foto:Tobias Schwarz / AFP
Jusos Kevin Kühnert

"Wenn wir in einer Kneipe wären, dann könnten wir sagen, die Union schreibt seit Jahren bei uns an. Die haben einen Zettel bei uns offen, der ist so lang."


Juso-Chef Kevin Kühnert am 21. Januar auf dem SPD-Parteitag in Bonn. Er lehnt Koalitionsverhandlungen mit der Union ab.

© Foto: Michael Kappeler/DPA
SPD-Chefin Andrea Nahles kündigt Abschied von Agenda 2010 an - und äußert sich skeptisch zur GroKo

"Wir werden verhandeln, bis es quietscht auf der anderen Seite."


SPD-Fraktionschefin Andrea Nahles am 21. Januar auf dem SPD-Parteitag in Bonn mit einem engagierten Plädoyer für Verhandlungen über eine große Koalition.

© Foto:Bernd von Jutrczenka / DPA
Sigmar Gabriel

"Für mich beginnt jetzt eine neue Zeit. Meine kleine Tochter Marie hat mir heute früh gesagt: 'Du musst nicht traurig sein, Papa, jetzt hast Du doch mehr Zeit mit uns. Das ist doch besser als mit dem Mann mit den Haaren im Gesicht.'"


Bundesaußenminister Sigmar Gabriel am 8. Februar in den Zeitungen der Funke-Mediengruppe zu seinem Ausscheiden aus der Regierung. Sein Parteifreund und Nachfolger als SPD-Chef, Martin Schulz, will Außenminister werden.

© Foto:Jens Büttner/ZB
Bayerns Ministerpräsident Markus Söder - Er bleibt im Asylstreit zwischen CSU und CDU hart

"Deutschland ist nur so erfolgreich, weil es uns Bayern gibt. Das steht fest."


Bayerns designierter Ministerpräsident Markus Söder, CSU, am 14. Februar beim politischen Aschermittwoch in Passau.

© Foto:Lino Mirgeler /DPA
Seehofer nach Bayernwahl

"Ich hab' das Heimatmuseum, äh, das Heimatministerium, das Heimatministerium in Bayern gegründet."


CSU-Chef und damals künftiger Bundesinnen-und Heimatminister Horst Seehofer am 12. März in Berlin über die Ursprünge des Heimatministeriums in Bayern.

© Foto:Tobias Schwarz / AFP
Franziska Giffey

"Wann gibt's das neue Auto?"


Der achtjährige Sohn der Bundesfamilienministerin Franziska Giffey, SPD, am 14. März nach der Bundestagssitzung.

© Foto:2018 AFP
Seehofer nach Bayernwahl

"Der Islam gehört nicht zu Deutschland. Deutschland ist durch das Christentum geprägt. (...) Die bei uns lebenden Muslime gehören aber selbstverständlich zu Deutschland."


Bundesinnenminister Horst Seehofer, CSU, am 16. März in der "Bild"-Zeitung.

© Foto:Tobias Schwarz / AFP
Kardinal Reinhard Marx, Vorsitzender der Bischöfe

"Wenn das Kreuz nur als kulturelles Symbol gesehen wird, hat man es nicht verstanden. Dann würde das Kreuz im Namen des Staates enteignet."


Kardinal Reinhard Marx am 30. April in der "Süddeutschen Zeitung" zum Vorstoß des bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder, CSU, für Kreuze in Landesbehörden.

© Foto:© 2018 AFP
SPD-Chefin Andrea Nahles kündigt Abschied von Agenda 2010 an - und äußert sich skeptisch zur GroKo

"Wir in der Politik kümmern uns darum, dass Kreuzungen saniert und nicht Kreuze aufgehängt werden."


SPD-Chefin Andrea Nahles nach Angaben des Katholikentags bei einem Empfang in Münster am 10. Mai zum Beschluss des bayerischen Kabinetts zu Kreuzen in Behördengebäuden.

© Foto:Bernd von Jutrczenka / DPA
Alexander Gauland spricht beim Parteitag der bayerischen AfD 

"Hitler und die Nazis sind nur ein Vogelschiss in über 1000 Jahren erfolgreicher deutscher Geschichte."


AfD-Vorsitzender Alexander Gauland am 2. Juni beim Bundeskongress der AfD-Nachwuchsorganisation Junge Alternative im thüringischen Seebach.

© Foto:Daniel Karmann / Picture Alliance / DPA
Bayerns Ministerpräsident Markus Söder - Er bleibt im Asylstreit zwischen CSU und CDU hart

"Der Freistaat Bayern ist - schimpfen Sie mich nicht, wenn ich das sage - das barmherzigste Bundesland in Deutschland."


Bayerns Ministerpräsident Markus Söder, CSU, bei einer Talkrunde der "Nürnberger Nachrichten" am 5. Juni in Nürnberg zum Verhältnis von bayerischer Flüchtlingspolitik und christlichem Glauben.

© Foto:Lino Mirgeler /DPA
Robert Habeck

"Dieser 63-Punkte-Plan, was ist denn das für ein Status? Ist das eine Vorlage fürs Kabinett? Ist das ein CSU-Parteitagsentwurf? Ist das Seehofers Tagebuch?"


Grünen-Chef Robert Habeck am 18. Juni in Berlin über den sogenannten Masterplan von Innenminister Horst Seehofer, CSU, der nach wie vor nicht in Gänze öffentlich bekannt ist.

© Foto:Rainer Jensen/DPA
Hubertus Heil

"Auf hoher See, vor Gericht und mit der CSU ist man in Gottes Hand."


Bundesarbeitsminister Hubertus Heil, SPD, am 26. Juni in Berlin mit Blick auf den Konfrontationskurs der CSU im Asylstreit mit der CDU.

© Foto:© 2017 AFP
Bundeskanzlerin Angela Merkel im Bundestag

"Europa hat viele Herausforderungen. Aber die mit der Migration könnte zu einer Schicksalsfrage für die Europäische Union werden."


Kanzlerin Angela Merkel, CDU, am 28. Juni bei ihrer Regierungserklärung im Bundestag.

© Foto:Christophe Gateau / DPA
Seehofer nach Bayernwahl

"Ich lasse mich nicht von einer Kanzlerin entlassen, die nur wegen mir Kanzlerin ist."


Bundesinnenminister Horst Seehofer, CSU, am 2. Juli vor dem Spitzentreffen von CDU und CSU in der "Süddeutschen Zeitung".

© Foto:Tobias Schwarz / AFP
Olaf Scholz

"Wir sind weg von der Psychologie und wieder bei der Sache."


Vizekanzler und Finanzminister Olaf Scholz, SPD, am 2. Juli nach dem Koalitionsgipfel in Berlin zum Asylkompromiss der Union.

© Foto:Kay Nietfeld / DPA
Heiko Maas

"Wenn ich hier in Auschwitz bin, dann begegne ich meinen Zweifeln an Gott, meinem Misstrauen gegenüber Menschen, meiner Verachtung vor Teilen der Geschichte."


Bundesaußenminister Heiko Maas am 20. August über seinen Besuch in der KZ-Gedenkstätte Auschwitz.

© Foto:© 2018 AFP
Bundeskanzlerin Angela Merkel im Bundestag

"Wir haben Videoaufnahmen darüber, dass es Hetzjagden gab, dass es Zusammenrottungen gab, dass es Hass auf der Straße gab, und das hat mit unserem Rechtsstaat nichts zu tun."


Bundeskanzlerin Angela Merkel am 28. August in Berlin zu den Ausschreitungen im sächsischen Chemnitz.

© Foto:Christophe Gateau / DPA
Tarek Al-Wazir

"Die CSU ist ja so etwas wie die Drama-Queen der deutschen Politik."


Tarek Al-Wazir, hessischer Wirtschaftsminister und grüner Spitzenkandidat für die hessische Landtagswahl, am 16. Oktober im Bayerischen Rundfunk.

© Foto:© 2018 AFP
Jessica Rosenthal, neue Vorsitzende der nordrhein-westfälischen Jusos

"Den Grünen ist es gelungen, Politik cooler und vielleicht ein bisschen sexy rüberkommen zu lassen. Das ist uns noch nicht gelungen."


Die neue Vorsitzende der Jusos NRW, Jessica Rosenthal, am 19. Oktober in Düsseldorf.

© Foto:Rolf Vennenbernd / DPA
SPD-Chefin Andrea Nahles kündigt Abschied von Agenda 2010 an - und äußert sich skeptisch zur GroKo

"Ella war diese Woche zum ersten Mal in der Geisterbahn und hat sich schwer gegruselt. Das war für sie wesentlich schockierender als SPD-Wahlergebnisse und was Mama gerade alles an den Hacken hat."


SPD-Chefin Andrea Nahles in der "Bild am Sonntag" vom 21. Oktober auf die Frage, wie sie ihrer siebenjährigen Tochter die Lage der SPD erklärt.

© Foto:Bernd von Jutrczenka / DPA
Fall Khashoggi - Angela Merkel stoppt Rüstungsexporte

"Diese vierte Amtszeit ist meine letzte als Bundeskanzlerin der Bundesrepublik Deutschland. Bei der Bundestagswahl 2021 werde ich nicht wieder als Kanzlerkandidatin der Union antreten und auch nicht mehr für den deutschen Bundestag kandidieren."


Bundeskanzlerin Angela Merkel, CDU, am 29. Oktober in der Parteizentrale in Berlin.

© Foto:Odd Andersen / AFP
Gerhard Schröder freut sich über sein privates Glück: Offenbar ist der Altkanzler neu verliebt.

"Ich finde keinen Ortsverein der SPD, der mich vorschlägt."


Ex-Bundeskanzler Gerhard Schröder, SPD, am 5. November in Berlin während einer Podiumsdiskussion auf die Frage, warum er nicht zurück in die Politik gehe, um die SPD zu retten.

© Foto:Patrick Seeger / DPA
AfD-Bundeschef Jörg Meuthen

"Er ist ein Spitzenbeamter, der (...) den Mut hat, auch unbequeme Wahrheiten auszusprechen. Er würde gut in eine demokratische Rechtsstaatspartei wie die AfD passen."


AfD-Parteichef Jörg Meuthen am 6. November im Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) über den entlassenen Verfassungsschutzpräsidenten Hans-Georg Maaßen.

© Foto:Thomas Frey/DPA
CDU: Annegret Kramp-Karrenbauer

"Frauen verfügen und nutzen eben ein größeres Vokabular. Das ist ja bekannt."


Generalsekretärin Annegret Kramp-Karrenbauer am 20. November bei der CDU-Regionalkonferenz in Idar-Oberstein auf die Anregung des Moderators, auf die Redezeit bei Antworten zu achten.

© Foto:Kay Nietfeld / DPA
Friedrich Merz hält eine Rede und gestikuliert

"Deutschland ist das einzige Land auf der Welt, das ein Individualrecht auf Asyl in seiner Verfassung stehen hat."


Friedrich Merz, Kandidat für den CDU-Parteivorsitz, am 21. November bei einer Regionalkonferenz seiner Partei im thüringischen Seebach. (Tatsächlich schreiben auch andere Staaten in ihrer Verfassung ein Grundrecht auf Asyl fest.)

© Foto:Carsten Rehder /DPA
mad / DPA