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Provokanter Gesundheitsminister: Abtreibungsdebatte: Junge-Union-Chef springt Jens Spahn bei

Gerade erst ist der Wirbel über seine Hartz-IV-Äußerungen verzogen, da kommt Gesundheitsminister Jens Spahn mit plakativen Worten zu einem anderen Reizthema: Abtreibung. Wieder mit großem Echo.

Jens Spahn hat die Gegner des Werbeverbots für Abtreibungen scharf angegriffen

Jens Spahn hat die Gegner des Werbeverbots für Abtreibungen scharf angegriffen

DPA

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat mit scharfen Äußerungen zu Schwangerschaftsabbrüchen erneut eine provokante Diskussion ausgelöst. Unterstützung bekommt er aus den Reihen der Jungen Union. Deren Chef Paul Ziemiak verteidigte die umstrittenen Aussagen des CDU-Politikers. "Mit uns wird es keine Erlaubnis geben, für Schwangerschaftsabbrüche zu werben, weder heute noch in dieser Legislaturperiode", sagte der Vorsitzende der Unions-Nachwuchsorganisation am Montag der Deutschen Presse-Agentur in Berlin vor parteiinternen Beratungen. "Insofern finde ich die Debatte sogar richtig, dass wir klar sagen, wofür wir stehen." Die Union sei in dieser Frage klar aufgestellt.

Von SPD und Opposition erntete Spahn hingegen umgehend heftigen Widerspruch. Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig forderte Mäßigung. "Die Menschen in Deutschland erwarten, dass die neue Bundesregierung jetzt ihre Arbeit macht und schnell erste Ergebnisse liefert", sagte die stellvertretende SPD-Chefin dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. "Debatten, die das Land spalten, helfen niemandem weiter." 

SPD und Grüne kritisieren Jens Spahn

"Jens Spahns durchsichtige Effekthascherei nervt", kommentierte SPD-Fraktionsvize Katja Mast. SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach warf Spahn vor, mit Zuspitzung zu spalten, was ungut für die Debatte sei. Grünen-Fraktionschef Anton Hofreiter monierte, wieder versuche sich Spahn mit Hardliner-Positionen zu profilieren, "diesmal auf Kosten von Frauen in Notlagen und in Gewissensnöten".

Hintergrund der Äußerungen sind Bestrebungen der SPD, das Werbeverbot für Schwangerschaftsabbrüche abzuschaffen. Spahn hatte dazu "Bild am Sonntag" gesagt, ihn wunderten die Maßstäbe: "Wenn es um das Leben von Tieren geht, da sind einige, die jetzt für Abtreibungen werben wollen, kompromisslos. Aber in dieser Debatte wird manchmal gar nicht mehr berücksichtigt, dass es um ungeborenes menschliches Leben geht." Von SPD und Opposition erntete er umgehend heftigen Widerspruch.


ivi / AFP / DPA