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Petition erfolgreich: Schon über 100.000 Menschen fordern einen Monat Hartz IV für Jens Spahn

"Jens Spahn – leben Sie einen Monat von Hartz IV!" Mit dieser Forderung hat Sandra S. eine Change.org-Petition gestartet und bereits über 100.000 Unterschriften gesammelt. Nun hofft sie auf ein Gespräch mit dem CDU-Politiker.

Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU)

Wird Jens Spahn auf die Petitionsforderung eingehen?

"Hartz IV bedeutet nicht Armut" – diese Äußerung des neuen Gesundheitsministers Jens Spahn hat für viel Unmut und heftige Diskussionen gesorgt. Zahlreiche Politiker echauffierten sich über die umstrittene Aussage. So auch Hartz-IV-Empfängerin Sandra S. Sie fordert mit einer Online-Petition auf Change.org: "Herr Spahn, leben Sie für einen Monat vom Hartz-IV-Grundregelsatz!" Schaut man sich die Petitionsseite an, kann man sich live davon überzeugen, wie groß das Tempo ist, in dem Menschen an der Petition teilnehmen. Fast jede Minute kommt eine weitere Unterschrift hinzu.

Petition zu Jens Spahn knackt 100.000er-Marke

Am Donnerstag (15. März) hat die Petition die "magische Grenze" von 100.000 geknackt. 150.000 Unterschrift sind das Ziel. Das sollte, wenn das Interesse nicht plötzlich abbricht, spätestens am Wochenende geschafft sein.

 

Wer ist Sandra S. und was will sie mit der Petition erreichen?

Auf der Petitionsseite wird man schnell fündig. Dort beschreibt Sandra S. ausführlich, warum sie die Petition gestartet hat. Sie schreibt, dass ihr die Aussage Spahns, "Hartz IV bedeutet nicht Armut", wehgetan und sie sich daher entschlossen habe, das nicht einfach so stehen zu lassen. Sandra S. ist selbst Hartz-IV-Empfängerin und Mutter eines zehnjährigen Sohnes. Für sie war es nicht einfach, mit ihrem Anliegen in die Öffentlichkeit zu gehen: "Der Wille, die Aussagen von Jens Spahn nicht einfach vorüberziehen zu lassen, ist stärker als die Scham." Weil Spahns Aussagen in ihren Augen aber ein klarer Beleg dafür sind, wie weit sich der CDU-Politiker von ihrer und der Realität weiterer Millionen entfernt hat, lädt sie den neuen Gesundheitsminister dazu ein, einen Monat vom Hartz-IV-Grundregelsatz in Höhe von 416 Euro zu leben.

"Das bedeutet finanzielle Armut"

Sandra S. und ihrem Sohn bleiben zum Leben täglich nur zehn Euro: "Das bedeutet finanzielle Armut", sagt sie. Auf stern-Anfrage erklärt Sandra S., dass sie das Petitionsziel eigentlich auf 10.000 Unterschriften gesetzt hatte. Dann hätte sie "schon eine Runde gefeiert". Dass jetzt immer mehr Menschen teilnehmen und über das Thema nachdenken, freue sie umso mehr. Jetzt, wo es klar sei, dass die Petition so erfolgreich ist, könne Jens Spahn sich dem nicht mehr entziehen: "Er muss sich mit mir unterhalten."

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hh
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