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Juso-Chefin kritisiert Koalitionsvertrag: "So groß die Koalition auch sein mag, ihre Konzepte sind zu klein"

Die Koalition mag groß sein, aber ihre Ideen sind klein - mit harten Worten hat die neue Vorsitzende der Jusos Johanna Uekermann die angestrebte Regierung der SPD mit der Union beschrieben.

Die niederbayerische SPD-Nachwuchspolitikerin Johanna Uekermann ist neue Juso-Bundesvorsitzende. Die Delegierten des Bundeskongresses der Jungsozialisten in der SPD wählten die 26-Jährige am späten Freitagabend in Nürnberg mit 207 von 296 gültigen Stimmen. Die Politikwissenschaftlerin aus Mitterfels im Landkreis Straubing-Bogen löst Sascha Vogt ab, der nicht mehr antrat. Uekermann setzte sich gegen den 31 Jahre alten ehemaligen Hamburger Juso-Vorsitzenden Hauke Wagner durch.

Zur geplanten schwarz-roten Bundesregierung sagte die neue Juso-Chefin: "So groß die Koalition auch sein mag, ihre Konzepte sind zu klein für die Herausforderungen unserer Zeit." Sie wolle die demokratische Erzählung wieder mit Leben füllen. In ihrer Bewerbungsrede hatte Uekermann den Angaben zufolge einen Kurswechsel in der Europapolitik gefordert. "Das heutige Europa" sei "ein Europa der Banken und Großverdiener, der Sparpakete und Jugendarbeitslosigkeit", kritisierte sie demnach und sprach sich zudem für Chancengleichheit von Frauen und Männern aus.

Am Samstag wird der #link;/branch/static_stern2/bilder/stern_5/politik/2013/KW49/JohannaUekermann.jpg;SPD-Vorsitzende Sigmar Gabriel# auf dem Bundeskongress der Jusos erwartet und muss sich dort der Kritik an dem Koalitionsvertrag stellen. Gut die Hälfte der Juso-Landesverbände hat sich gegen ein Bündnis mit der Union ausgesprochen. Der scheidende Juso-Bundesvorsitzende Sascha Vogt verteidigte den Koalitionsvertrag zum Auftakt des Kongresses allerdings. "Ich bin für mich zu der Entscheidung gekommen, den Koalitionsvertrag nicht abzulehnen", sagte er in Nürnberg. Der Vertrag enthalte mehr Fortschritt als Rückschritt.

ono/DPA/AFP / DPA