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Koalitionspoker: Geißler plädiert für Schwarz-Grün

"Die Zeit ist überreif": Im stern argumentiert Ex-CDU-Generalsekretär Geißler vehement für Schwarz-Grün. Und nennt das politische Opfer, das seine Partei dafür bringen müsste: die Herdprämie.

Von Axel Vornbäumen

Der frühere CDU-Generalsekretär Heiner Geißler hat sich für eine schwarz-grüne Koalition ausgesprochen. In einem Interview mit dem stern sagte Geißler: "Die Zeit ist überreif". Schwarz-Grün sei längst kein Experiment mehr, es gebe zwischen Union und Grünen "wahrscheinlich genauso viele Gemeinsamkeiten und Gegensätze wie mit der SPD". Geißler plädierte dafür, dass die Union das Betreuungsgeld zur Disposition stellt, sollte es zu Koalitionsverhandlungen kommen. Im Gegenzug müssten die Grünen von ihren Steuererhöhungsplänen abrücken. Am Donnerstag treffen sich Delegationen von Union und Grünen zu einem ersten Sondierungsgespräch in Berlin.

Als zentrale schwarz-grüne Projekte sieht Geißler die Energiewende sowie die "dringende Reform des Arbeitsmarktes". Beides sei für die Union mit den Grünen leichter zu machen als mit der SPD. Der Arbeitsmarkt müsse "unbedingt humanisiert werden". Durch die Agenda 2010 seien die Menschen millionenfach zu Kostenfaktoren degradiert worden. Die Bundesagentur für Arbeit sei ein Moloch, sagte Geißler im stern-Interview. "Mit den Grünen wäre es garantiert viel leichter, die Hornhaut auf den Seelen der dort Verantwortlichen wegzuoperieren."

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