Köhler in Israel Katzav lobt deutsche Politiker


Mit einem Lob hat Israels Präsident Mosche Katzav seinen deutschen Amtskollegen Horst Köhler in Jerusalem empfangen. Er würdigte das Engagement deutscher Politiker gegen Rechtsextreme.

Bei der offiziellen Zeremonie zum Auftakt des Staatsbesuchs von Bundespräsident Horst Köhler würdigte Prädident Moshe Katzav am Dienstag in Jerusalem die deutsch-israelischen Beziehungen als "eng und freundschaftlich". Er hob das Engagement deutscher Politiker gegen ein Erstarken des Rechtsextremismus’ hervor. Er könne sagen, dass Deutschland im Jahr 2005 ein "echter Freund" des jüdischen Staates sei. Köhler sagte, Deutschland werde alle politischen Möglichkeiten nutzen, um Fremdenfeindlichkeit zu bekämpfen.

Die Beziehungen seien durch den Mord an sechs Millionen Juden während der nationalsozialistischen Herrschaft belastet, Israel strebe mit dem heutigen Deutschland aber eine weitere Intensivierung der freundschaftlichen Beziehungen an. Auf diesem Weg sei bereits viel erreicht worden.

Besondere Verantwortung für den jüdischen Staat

Köhler sagte, die nationalsozialistische Vergangenheit erlege Deutschland auch für die Zukunft eine besondere Verantwortung für den jüdischen Staat auf. "Ein Besuch in Israel ist für jeden Präsidenten Deutschlands ein besonderes Ereignis", sagte er. Die Erinnerung an den Holocaust werde für Deutsche immer mit Trauer und Scham verbunden sein. Er hoffe, dass sein Besuch ein weiterer Meilenstein für Freundschaft und Partnerschaft werde.

Anlass des viertägigen Staatsbesuchs Köhlers ist die Erinnerung an die Aufnahme der diplomatischen Beziehungen zwischen Deutschland und Israel vor 40 Jahren. Katzav wird im Mai zu einem Gegenbesuch in Deutschland erwartet. Er sollte am ersten Tag des Besuchs auch den israelischen Ministerpräsidenten Ariel Scharon treffen. Vorgesehen war ferner ein längerer Aufenthalt in der Gedenkstätte Jad Vaschem, wo an die Opfer des Holocaust erinnert wird.

Noch vor der Ankunft Köhlers in Israel hatte der israelische Botschafter Shimon Stein eine positive Bilanz der Beziehungen beider Länder gezogen. Diese seien sehr gut und hätten sich "in den letzten 40 Jahren enorm entwickelt", sagte der Diplomat am Dienstag im ZDF-Morgenmagazin. Die Kritik an der Absicht Köhlers, seine Rede vor dem israelischen Parlament in deutscher Sprache zu halten, wollten weder Stein noch der stellvertretende SPD-Fraktionschef Gernot Erler überbewerten. "Die Shoah bleibt ein Teil der jüdischen und deutschen Identität, deshalb gehen wir nach wie vor befangen miteinander um", sagte der Botschafter. Dies sei auch eine Erklärung dafür, dass einige Israelis mit Ablehnung auf die Rede in deutscher Sprache reagierten. „So was gehört zum Alltag in der deutsch-israelischen Beziehung“, fügte Stein hinzu. Trotzdem gehe er davon aus, „dass auch Bundespräsident Köhler die Kontinuität der guten Beziehung beibehalten“ werde.

"Ich kann das nicht ertragen"

Der SPD-Außenpolitiker Erler forderte im Norddeutschen Rundfunk dazu auf, angesichts der Kritik "einen kühlen Kopf zu bewahren". Er erinnerte daran, dass es die gleiche Diskussion bereits beim Staatsbesuch von Köhlers Vorgänger Johannes Rau in Israel vor fünf Jahren gegeben hatte. Erler nannte es völlig selbstverständlich, dass ein deutscher Bundespräsident bei Auftritten im Ausland in seiner eigenen Sprache rede. Genauso müsse man aber respektieren, dass es wegen der besonderen Vergangenheit auch Knesset-Abgeordnete gebe, die sagten: "Ich kann das nicht ertragen." Wenn das alles in einer entsprechenden Form geschehe, sei das "ein normaler Vorgang, eben einer, der zu unserer Geschichte gehört", sagte der SPD-Politiker.

AP/DPA/Reuters AP DPA Reuters

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