Liberale im Bundestag Birgit Homburger führt die FDP-Fraktion


Sie hat ihren "Traumjob" bekommen: Birgit Homburger, Vorsitzende der FDP in Baden-Württemberg, hatte kein Interesse an einem Posten als Staatssekretärin. Künftig wird sie die Bundestagsfraktion der Liberalen führen.

Die FDP-Bundestagsabgeordneten haben die 44-jährige Birgit Homburger zur neuen Fraktionsvorsitzenden gewählt. Die baden-württembergische Landesvorsitzende erhielt am Montag 83 von 89 abgegebenen Stimmen. Es gab vier Nein-Stimmen und zwei Enthaltungen. Homburger tritt damit in diesem Amt die Nachfolge von Parteichef Guido Westerwelle an, der neuer Vize-Kanzler und Außenminister wird.

Als erster parlamentarischer Geschäftsführer wurde Jörg van Essen im Amt bestätigt. Er erhielt 84 von 88 gültigen Stimmen. Weitere parlamentarische Geschäftsführer der FDP-Fraktion wurden Otto Fricke (82 Stimmen), Claudia Winterstein (82) und Christian Ahrendt (85).

Uneitele, schnellsprechende Nervensäge

Für Birgit Homburger war gleich nach dem Wahlerfolg der FDP klar: Mit einem Staatssekretärsposten wollte sie sich nicht abspeisen lassen. Mit dem Amt der FDP-Fraktionschefin wird die Frau aus dem Stammland der Liberalen nun in die erste Reihe der schwarz-gelben Koalition katapultiert. Sie wird künftig im Parlament die Stimme der FDP und bei allen strittigen Entscheidungen der Koalitionsspitze eingebunden sein. "Es ist mein Traumjob", stellt die 44-Jährige unumwunden klar.

"Sie ist eine uneitle Person, die es ertragen kann, wenn andere glänzen", wurde kürzlich im Kreis der engeren FDP-Führung einer ihrer Charakterzüge geschildert. Das könnte der badischen Schnellrednerin helfen, wenn sie demnächst Parteichef und Vize-Kanzler Guido Westerwelle im Bundestag den Rücken freihalten muss. Energisch und manchmal sogar bis hin zur Nervensäge, wie ihre Parteifreunde berichten, setzt Homburger ihre Absichten Schritt für Schritt durch.

In ihrem eigenen Landesverband hat sie gezeigt, dass sie damit Erfolg hat. Der früher stets unruhige und gegenüber Westerwelle oft aufmüpfige Verband ist heute erfolgreich und loyal gegenüber der Parteispitze. Dabei kann Homburger gegenüber Westerwelle durchaus selbstbewusst auftreten und ihn auf Fehler hinweisen. Doch das tut sie intern und nicht in der Öffentlichkeit, was Westerwelle schätzt.

DPA/AFP DPA

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