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Ludwigshafen: Zeuge sah Verdächtigen

Im Fall der Ludwigshafener Brandkatastrophe gibt es möglicherweise eine neue Spur. Ein Zeuge will einen Mann gesehen haben, der sich am Brandtag aus dem Haus schlich, in dem neun der insgesamt 24 türkischen Bewohner ums Leben kamen. Die Staatsanwaltschaft ermittelt.

Experten von Polizei und Staatsanwaltschaft arbeiten weiter fieberhaft an der Aufklärung der Brandkatastrophe von Ludwigshafen. Wie der Leiter der Staatsanwaltschaft Frankenthal, Lothar Liebig, bestätigte, will ein Zeuge am Tag des Brandausbruchs einen Mann aus dem betroffenen Gebäude schleichen sehen. Der Verdächtige habe sich zunächst in der Nähe des Hauses verborgen und sei dann zu einer nahegelegenen Tankstelle gelaufen.

Liebig sagte, die Aussage des Zeugen werde in die Ermittlungen einbezogen. Nach Polizeiangaben liegt den Ermittlern noch kein brauchbares Phantombild von einem mutmaßlichen Brandstifter vor. Zwei acht und neun Jahre alte Mädchen hatten berichtet, sie hätten vor Ausbruch des Feuers einen Brandstifter im Hausflur des Gebäudes gesehen. Polizeisprecherin Simone Eisenbarth sagte, die Befragung der beiden türkischen Mädchen sei noch nicht abgeschlossen. Wie Eisenbarth weiter berichtete, dauert die Untersuchung des Brandschutts durch Spezialisten noch an.

In Labors werde versucht, chemische Rückstände oder kleinste Gegenstände ausfindig zu machen, die einen Hinweis auf die Entstehung des Feuers geben könnten. Frühestens am Donnerstag könnten die Ermittler ein weiteres Zwischenergebnis vorlegen. "Die Laboruntersuchungen dauern eine gewisse Zeit", sagte Eisenbarth. Die Ermittler hatten erklärt, dass das Feuer wahrscheinlich im Keller des Mehrfamilienhauses ausgebrochen sei. Die Sprecherin erklärte, einbezogen in die Untersuchungen würden auch die Elektro- und Gasleitungen. In den vergangenen Tagen wurde öffentlich spekuliert, dass alte Elektroleitungen in dem 1898 erbauten Gebäude den Brand ausgelöst haben könnten. Der Brandkatastrophe fielen neun Menschen zum Opfer gefallen, 60 Personen wurden teils schwer verletzt.

AP / AP