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Matthias Platzeck: SPD-Chef erleidet Hörsturz

SPD-Chef Matthias Platzeck hat am Mittwoch einen Hörsturz erlitten und wird in einer Klinik stationär behandelt. Am Spitzengespräch der großen Koalition zur Gesundheitsreform kann er nicht teilnehmen.

SPD-Sprecher Lars Kühn teilte am Abend per Email mit, dass sich Parteichef Matthias Platzeck wegen eines Hörsturzes in stationäre ärztliche Behandlung begeben habe. Deshalb seien alle Termine Platzecks für Mittwoch abgesagt worden. Das bedeutet auch, dass Platzeck an dem Spitzengespräch von Union und SPD zur Gesundheitsreform nicht teilnehmen wird. SPD-Generalsekretär Hubertus Heil werde ihn jedoch vertreten, hieß es.

Ein Hörsturz bedeutet zumeist einen einseitigen Hörverlust. Behandelt wird er häufig mit einer mehrtägigen Sauerstoff-Infusion. Bei den meisten Betroffenen kann das Hörvermögen so binnen weniger Tage oder Wochen wieder vollständig hergestellt werden. Ein Hörsturz gilt in der Medizin als typische Stressfolge und tritt häufiger bei Managern und Politikern auf. Ein prominenter Betroffener war vor mehr als zwei Jahrzehnten Klaus Bölling, der Regierungssprecher von Bundeskanzler Helmut Schmidt. Wegen eines stressbedingten Hörsturzes verlor Bölling dauerhaft einen Teil seines Hörvermögens.

Wie die Nachrichtenagentur DPA am Mittwochabend meldete, hatte Platzeck am Nachmittag zunächst einen Arzt aufgesucht, der dann die stationäre Untersuchung im Krankenhaus veranlasste. Platzeck werde voraussichtlich die Nacht im Krankenhaus verbringen, hieß es weiter.

Kritik aus Brandenburg

Der 52-jährige Platzeck hatte Mitte November den SPD-Vorsitz zusätzlich zu seinem Amt als Ministerpräsident Brandenburgs übernommen. Seitdem pendelt er zwischen Berlin und Potsdam hin und her. In Brandenburg musste sich Platzeck jüngst Kritik anhören, dass er zu wenig Präsenz in seinem Heimatland zeige. Für die SPD nahm er in den vergangenen Wochen noch zusätzlich zahlreiche Wahlkampftermine in Rheinland-Pfalz, Baden-Württemberg und Sachsen-Anhalt wahr. Zudem wurden in der SPD zahlreiche Reformprojekte wie zur Gesundheits-, Arbeitsmarkt und Familienpolitik in Angriff genommen. Noch in diesem Jahr will die SPD Eckpunkte für ein neues Grundsatzprogramm vorlegen.

Die "Bild-Zeitung" startete am Mittwoch eine groß angelegte Serie über Platzeck. Am Donnerstag soll der zweite Teil der Serie erscheinen, Thema: Platzeck und die Frauen.

GÜSS mit AP/DPA/Reuters / DPA / Reuters