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Nach vermeintlichem KSK-Einsatz: Afghanische Polizei bestätigt Festnahme von gesuchtem Taliban

Hat das KSK geholfen, einen gesuchten Taliban dingfest zu machen? Die Bundeswehr schweigt zu einem entsprechenden Zeitungsbericht. Afghanische Behörden bestätigen zumindest die Festnahme.

Die afghanische Polizei hat die Festnahme des "Schatten-Gouverneurs" der Taliban für die Provinz Kundus bestätigt. Mullah Abdul Rahman sei verantwortlich für den Angriff auf die Bundeswehr am Karfreitag 2010 mit drei toten Deutschen gewesen, sagte der Polizeichef des Distrikts Char Darah, Ghulam Mohajuddin, am Dienstag. 2009 habe er die Entführung von zwei Tanklastzügen befohlen, die anschließend auf Anforderung der Bundeswehr bombardiert wurden. Dabei waren viele Zivilisten getötet worden. Laut "Bild"-Zeitung war das Kommando Spezialkräfte (KSK) an der Festnahme Abuld Rahmans am vergangenen Freitag beteiligt. Nach Angaben des Einsatzführungskommandos handelte es sich um einen von afghanischen Kräften geführten und von weiteren Kräften, darunter auch deutschen, unterstützten Einsatz.

Einsätze der Bundeswehr-Eliteeinheit KSK unterliegen strenger Geheimhaltung. Einzelheiten gelangen daher nur selten an die Öffentlichkeit. Allerdings steht außer Zweifel, dass die Bundeswehr bei ihrem schwierigen Afghanistan-Einsatz nicht auf die Fähigkeiten der Elitesoldaten verzichtet.

Gegründet wurde die Elitetruppe 1996. Zwei Jahre zuvor hatten belgische Soldaten festgehaltene Deutsche in Ruanda retten müssen, weil entsprechend ausgebildete deutsche Soldaten nicht zur Verfügung standen. Zu den Aufgaben der KSK gehören laut Bundeswehr besonders der Anti-Terrorkampf, das Evakuieren von Deutschen und das Befreien von Geiseln. Daneben stehen aber offensichtlich auch weitere militärische Aufgaben, wenn es knifflig wird.

Der Verband mit dem Heimatstandort Calw im Schwarzwald hat eine Sollstärke von 1050 Mann. Die Zahl der eigentlichen Kommandosoldaten ist aber geheim und soll bei unter 500 liegen. Voraussetzung für die Aufnahme in die Eliteeinheit sind harte Eignungstests und eine dreijährige Spezialausbildung.

ono/DPA / DPA