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Nachruf auf Hermann Scheer: Buckeln war nicht sein Ding

Mit dem SPD-Bundestagsabgeordneten Hermann Scheer verliert die Politik nicht nur einen Kämpfer für eine ökologische Energiepolitik. Er war auch ein Visionär, der seiner eigenen Partei strategisch voraus - und oft genug unbequem war.

Von Hans-Peter Schütz

Vor einer Woche stand er noch in der Berliner Redaktion bei der politischen Party von stern und stern.de. Stämmig, selbstbewusst, glänzend gelaunt. Ein richtiger "Kerle" eben, wie sie ihn in seinem baden-württembergischen Wahlkreis Waiblingen nannten und schätzten. "Stuttgart 21, das packen wir," strahlte er und fügte hinzu: "Auch meine Genossen im Ländle sind endlich auf der richtigen Spur. Wir retten den Stuttgarter Bahnhof."

Jetzt ist der SPD-Bundestagsabgeordnete Hermann Scheer im Alter von nur 66 Jahren in einem Berliner Krankenhaus gestorben.

Ein politisch geprägtes Leben

Ein Leben ging zu Ende, wie es politischer geprägt nicht sein konnte. Und das er stets unter seinen sehr persönlichen Wahlspruch gestellt hat: "Buckeln ist nicht mein Ding."

Das machte das politische Zusammenleben mit ihm den Genossen nie sehr leicht. Immer wieder rumpelten sie mit ihm zusammen. Sei es in den 30 Jahren, die er für sie im Bundestag saß. Sei es im baden-württembergischen SPD-Landesverband, den er immer wieder mit seinen Aktivitäten in größte Unruhe stürzte. Oder wie in seinen letzten Tagen, in denen er die Inkonsequenz der Stuttgarter Parteiführung in Sachen Stuttgart 21 tagtäglich lautstark anprangerte.

Manche hätte ihn am liebsten aus der SPD geworfen

Als Peer Steinbrück nach der letzten Bundestagswahl die von ihm selbst mit beschlossene Rente 67 anprangerte, kommentierte nur Scheer den Umfaller offen: "Die Ratten verlassen das sinkende Schiff." Das war dann wieder einmal einer der vielen Augenblicke in seinem politischen Leben, in denen ihn manche Parteifreunde am liebsten aus der SPD geworfen hätten.

Den Nato-Einsatz der Bundeswehr auf dem Balkan nannte er ein "Kriegsverbrechen". Der SPD-Kanzler Gerhard Schröder tobte. Raus aus der Partei mit dem, forderte er. Nach dem SPD-Absturz bei der verlorenen Bundestagswahl 2009 brandmarkte er die führenden Parteistrategen in einem Gastbeitrag auf stern.de: "Sie wollten die Große Koalition, ohne es zu sagen, und bewarben öffentlich als Freier die FDP, die zugleich als neoliberaler Horror gebrandmarkt wurde."

"Die Fraktion nur noch als Störfaktor"

Seit Schröder bis heute, klagte er zuweilen, arbeite die SPD-Spitze in einem Stil, "in dem die eigene Partei und die eigene Fraktion nur noch als Störfaktor angesehen und bloß noch zum Abnicken gebraucht werden." Es müsse jetzt endlich Schluss sein mit der "Basta-SPD". Eine schärfere Abrechnung mit der eigenen Partei hat es seit Jahrzehnten nicht gegeben.

Und dennoch: Scheer war ein Genosse, der nie auch nur eine Sekunde daran dachte, die SPD zu verlassen. Einen "Sauhaufen" nannte er sie zuweilen, und lachte die empörten Kritiker dann laut aus, weil er mit diesem Wort lediglich Helmut Schmidt zitiert hatte. Zwar kandidierte er vor einem Jahr nicht mehr für den Parteivorstand, dem er 16 Jahre angehört hatte. Aber er machte weiter, wie er politisch immer gewesen war, seit er vor 45 Jahren in die SPD eingetreten war.

Strategisch der Partei um Jahre voraus

Strategisch war er seiner SPD stets um Jahre voraus. Eine rot-rot-grüne Koalition hielt er schon für möglich, als die Parteifreunde dafür noch den Rauswurf forderten. Die Parteichefs Franz Müntefering und Kurt Beck nannte er zuweilen schon mal Willy Brandts zahnlose Erben. Und als sich die SPD mit Sigmar Gabriel und Andrea Nahles eine neue Parteispitze gab, schmähte er die mit den Worten, einen derartigen "Akt der Selbstnominierung einer neuen SPD-Parteiführung" habe es noch nie gegeben.

Sein Parteileben lang hat sich Scheer nie an Posten orientiert. Ihn interessierte kein Ministerrang, über Staatssekretäre spottete er nur. Eine einzige Ausnahme machte er: Als Andrea Ypsilanti in Hessen Ministerpräsidentin mit Hilfe der Linkspartei werden wollte, hielt sich der geborene Hesse Scheer für den Posten des Wirtschaftsministers bereit. Weil er eine Chance sah, sein zweites politisches Leben, den programmatischen Kampf gegen die Umweltbelastung und für eine ökologische Energiepolitik in praktischer Politik zu realisieren. Jetzt wird in Hessen endlich eine exemplarische Energiewende eingeleitet, schwärmte er in jener Zeit. Hatte er doch bereits 1994 ein 100.000-Dächer-Programm zugunsten des Solarstroms entworfen.

"Sonnengott" und "Energiepapst"

Die Energiepolitik Scheers wurde belohnt. Für ihn persönlich dadurch, dass er, der 1988 die gemeinnützige Vereinigung Eurosolar gründen konnte, 1999 den Alternativen Nobelpreis erhielt. Das "Time Magazin" nannte ihn "Held des grünen Jahrhunderts." In der Sache wurde mit der ehrenamtlichen Präsidentschaft von Eurosolar ausgezeichnet oder mit Titeln wie "Sonnengott" oder "Energiepapst" geehrt.

Er trug sie selbstbewusst. Dass er zuweilen als "Windmacher" und "Schlagzeilenjäger" verspottet wurde, ertrug er mit gelassenem Selbstbewusstsein. Denn er hat strikt nach seinem programmatischen Leitsatz Politik gemacht: "Wenn eine Idee nicht zuerst absurd erscheint, taugt sie nichts."

Die SPD würde Hermann Scheer gerecht, wenn sie ihm nachsagte: Ohne ihn sind wir ärmer geworden.

kann man sich gegen eine maßnahme vom jobcenter wehren?
hallo. ich bin quasi arbeitsunfähig seit meinem 18ten lebensjahr. ich wiege 200 kg und habe eine betreuung weil ich sonst gar nichts schaffen würde. sie bringt mich zu terminen und begleitet mich zu arzt besuchen. das einzige was ich noch alleine kann ist einkaufen und das auch nur weil es nunmal lebensnotwendig ist ,jedoch bin ich danach total erschöpft und fertig.ich kann keine 200 meter mehr laufen.und mal ganz abgesehen von meiner körperlich verfassung leide ich seit meiner kindheit an starken depressionen,borderline,panikattacken,einer traumatischen belastungsstörung und angstzuständen. ich bin demnach körperlich sowie auch psychisch ziemlich fertig. gestern war ich beim amtsarzt zur begutachtung sowie auch einmal vor 2 jahren. und die ärztin sagt mir ernsthaft,das es zumindest köperlich nicht ausreichen würde das ich weiterhin krank geschrieben werden kann und sagte,das eine maßnahme sicherlich gut sein kann.und das obwohl ich bereits sagte,das ich körperlich unfähig bin irgendwas alleine zu schaffen und ,meine betreuerin mich überallhin begleiten muss.(ich habe kein auto)ich bin vollkommen entsesetzt und habe nun angst das sie mich in eine maßnahme stecvken welche ich einfach nicht schaffe und sie mir dann das minum an geld nehmen welches ich bekomme und ich dann verhungernd und auf der starße leben muss,eben weil es ein ding der unmöglichkeit für mich darstellt.kann man sich da irgendwie wehren?sie sagt sie findet ich sei zu jung um berentet zu werden (28).ich habe gerade wirklich angst.kann man einen menschen zwingen etwas für ihn unmögliches zu tun?ich hab das gefühl die wollen irgendeine quote erfüllen und solange man die arme bewegen kann,ist man arbeitsfähig...hilfe :(