HOME

Neue SPD-Führung: Heil soll Generalsekretär werden

Die SPD setzt offenbar auf eine radikale Verjüngungskur. Der Abgeordnete Hubertus Heil soll einem Medienbericht zufolge neuer SPD-Generalsekretär werden. Er wird am Donnerstag 33.

Die neue SPD-Führung gewinnt Kontur. Nach Informationen des Berliner "Tagesspiegel" soll der Bundestagsabgeordnete Hubertus Heil Generalsekretär werden. Heil ist Sprecher der "Netzwerker"-Gruppe jüngerer Abgeordneter.

Dies sei eine Entscheidung des designierten SPD-Vorsitzenden und brandenburgischen Ministerpräsidenten Matthias Platzeck, berichtete der "Tagesspiegel" am Mittwoch vorab unter Berufung auf Parteikreise. Heil selbst wollte sich dazu nicht äußern. "Ich sage gar nichts dazu", sagte der niedersächsische Bundestagsabgeordnete der Nachrichtenagentur Reuters. Das entscheide der Parteivorsitzende. Heil ist seit 1998 Mitglied des Bundestages. Am Donnerstag wird er 33 Jahre alt.

Indiz für radikalen Verjüngungskurs der SPD

Als Kandidaten für den Posten war zuvor der designierte Umweltminister Sigmar Gabriel gehandelt worden. Erst am Montag hatte sich der SPD-Parteivorstand in einer Kampfabstimmung für die Partei-Linke Andrea Nahles als Generalsekretärin entschieden. Dies hatte Partei-Chef Franz Müntefering als Misstrauensvotum gegen seine Person interpretiert und daraufhin seinen Rückzug aus dem Amt erklärt. Sollte Heil tatsächlich zum Generalsekretär gekürt werden, wäre dies ein weiteres Indiz für einen radikalen Verjüngungskurs der SPD. Der 51-jährige Platzeck ersetzt Müntefering, die 35-jährige Nahles rückt für die scheidende Heidemarie Wieczoreck-Zeul ins Partei-Präsidium vor, und ein 33-Jähriger wird zum Generalsekretär. Am Abend treffen sich in Berlin die SPD-Führungsgremien, um über ihren Personalvorschlag für den Parteitag Mitte November in Karlsruhe zu beraten.

Reuters / Reuters