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Neuer Fleischskandal: Ekelfleisch schon beim Verbraucher

In einem Kühlhaus in Gelsenkirchen wurden 60 Tonnen verdorbenes Fleisch beschlagnahmt. Teile davon sind schon wohl in den Verkauf gelangt und verbraucht. Jetzt ermittelt die Staatsanwaltschaft.

Städtische Kontrolleure haben im Kühlhaus einer Firma in Gelsenkirchen 60 Tonnen Fleisch mit abgelaufenem Haltbarkeitsdatum beschlagnahmt, das mit falschen Etiketten neu ausgezeichnet war. Nach einem Bericht der Westfälischen Nachrichten in der Samstagsausgabe war das Fleisch auch nach Hamburg und in den Spreewald geliefert worden.

Nach Einschätzung der Behörden ist ein Teil der Ware wohl schon verzehrt worden. Eine gesundheitliche Gefahr gehe von dem "Ekelfleisch" aber nicht aus, sagte der Sprecher der Stadt Gelsenkirchen, Martin Schulmann, am Samstag dem Onlinedienst des WDR.

Nach Angaben der Polizei hat inzwischen die Staatsanwaltschaft die Ermittlungen übernommen. "Das bei einer Routineuntersuchung in einem Kühlhaus gefundene Fleisch schmeckt und riecht zwar unappetitlich", sagte Schulmann. "Aber nach bisherigen Erkenntnissen geht von ihm keine gesundheitliche Gefahr aus", fügte er hinzu. Dennoch sei das Roastbeef und das tiefgekühlte Putenhackfleisch nach Tests des Staatlichen Veterinäruntersuchungsamts Münster nicht für den menschlichen Verzehr geeignet. "Man muss davon ausgehen, dass Teile dieser Ware tatsächlich in den Verkauf gelangt und inzwischen verbraucht sind", sagte der Stadtsprecher.

Staatsanwalt und die Stadt ermitteln

Unabhängig von den staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen werde auch die Stadt "intensive Nachforschungen" anstellen. Kontrolleure der Stadt Gelsenkirchen hatten in einem Tiefkühlhaus rund 60 Tonnen Roastbeef und Putenhackfleisch beschlagnahmt. Es sei nach ersten Ermittlungen zum großen Teil überlagert und nicht mehr für den menschlichen Verzehr geeignet, hatte die Stadtverwaltung am Freitag mitgeteilt. Die Lebensmittelkontrolleure gehen davon aus, dass überlagertes Fleisch aus Gelsenkirchen auch in Verkehr gebracht wurde. Gesundheitliche Gefahren bestünden nach den bisherigen Erkenntnissen allerdings nicht, hatte es schon am Freitag geheißen.

Auf die Spur des neuen Fleischskandals waren die Fahnder bei einer Routineuntersuchung bei einer Gelsenkirchener Firma gestoßen. Ende Oktober entdeckten sie in einem Tiefkühlhaus rund drei Tonnen Roastbeef, dessen Haltbarkeitsdatum abgelaufen war, und das kurzerhand mit einem um ein Jahr verlängerten neuen Haltbarkeitsdatum versehen worden war. Eine Untersuchung zeigte, dass das Fleisch nicht mehr für den menschlichen Verzehr geeignet war.

Bei ihren weiteren Ermittlungen stießen die Kontrolleure dann in dem Lagerhaus noch auf weitere 57 Tonnen Fleisch und Fleischzubreitungen, zumeist Putenhackfleisch - ebenfalls mit deutlichen Hinweisen auf eine Überlagerung. Sämtliche Produkte wurden sichergestellt. Nach den bisherigen Erkenntnissen verkaufte das Unternehmen einen Großteil seiner Ware an zwei Gelsenkirchener Fleischverarbeitungsbetriebe. Noch vorhandene Bestände dieser Firmen, wie auch daraus hergestellte Fleischerzeugnisse wurden sichergestellt, die noch im Handel befindliche Ware mittels einer Rückrufaktion zurückgezogen.

DPA/AP / AP / DPA