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Tierseuchen: Ekelfleisch auf dem Teller

Steaks von BSE-Kühen sollten Sie nicht essen. Auch keine Hähnchen, die an Vogelgrippe starben. Gefährlich kann ein Kotelett werden, wenn es Salmonellen oder Trichinen enthält.

In einem Stück Fleisch können sich Milliarden Erreger tummeln

In einem Stück Fleisch können sich Milliarden Erreger tummeln

Auch Tiere können krank werden. Sie bekommen Entzündungen, leiden unter Bakterien und fangen sich Viren ein. Je enger sie im Stall zusammengepfercht sind, desto eher stecken sie ihre Artgenossen an. Die Massentierhaltung fördert die Ausbreitung von Krankheiten geradezu.

Essen wir das Fleisch kranker Tiere, können wir ebenfalls krank werden. Viele Erreger, die Tieren schaden, sind für Menschen allerdings harmlos. Das gilt zum Beispiel für die Schweinepest. Das entsprechende Virus kann zwar in den Menschen hineinschlüpfen, aber krank macht es uns nicht. Bei der Maul- und Klauenseuche kann das Virus wohl unsere Zellen befallen, aber die Krankheit gefährdet uns nicht.

Rinderwahn und Paratuberkulose befallen auch Menschen

Andere Keime können uns hingegen schaden. Das gilt zum Beispiel für BSE, die bovine spongiforme Encephalopathie - besser bekannt unter dem Namen Rinderwahn. Die Erreger - kleine Eiweiße - können "mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit" beim Menschen die tödliche Creutzfeldt-Jakob-Krankheit auslösen; so formulieren Fachleute betont vorsichtig. Denn ganz eindeutig bewiesen ist der Infektionsweg noch nicht.

Ebenfalls unsicher sind sich Forscher bei der Paratuberkulose. Ob die entsprechenden Erreger beim Menschen eine chronische Darmentzündung, den Morbus Crohn, auslösen können, diskutieren Experten noch. Sicher ist hingegen, dass das Vogelgrippe-Virus auch Menschen anstecken und töten kann - allerdings passierte das bislang relativ selten. Häufiger kommt es dagegen vor, dass Menschen von Salmonellen oder Trichinen befallen werden, weil sie verseuchtes Fleisch gegessen haben.

Bauern müssen Tiere töten, wenn Menschen in Gefahr scheinen

Droht in Deutschland eine Tierseuche auszubrechen, ordnen die Veterinärbehörden der jeweiligen Bundesländer Gesundheits-Checks für die jeweilige Tierart an. Möglicherweise verdonnern sie die Bauern dazu, ihre Tiere im Stall einzusperren oder impfen zu lassen. Die Behörden riegeln die betroffenen Gebiete ab und richten Desinfektionsbecken ein. Breitet sich die Seuche über die Grenzen Deutschlands hinaus aus, schalten sich zusätzlich europäische Behörden ein.

Wenn es schlimm kommt, werden kranke und infizierte Tiere getötet. So will es das Tierseuchengesetz. Damit soll die Ansteckungskette unterbrochen werden. Glaubt die Behörde, dass auch Menschen in Gefahr sind, ordnet sie an, gesunde Tiere ebenfalls zu töten - zur Vorbeugung.

BSE

1985 wurden Rinder in Großbritannien und Nordirland krank: Die Tiere konnten sich nicht mehr auf den Beinen halten, ihre Knie knickten weg, sie hockten wie Hunde auf dem Boden. Nach kurzer Zeit starben sie elend.

Schon bald bekam die mysteriöse Krankheit einen Namen: Bovine spongiforme Enzephalopathie (BSE), übersetzt in etwa schwammartige Gehirnkrankheit der Rinder. Wenige Jahre später hatte sich der Rinderwahn in fast ganz Europa ausgebreitet. Bis heute sind rund 200.000 Fälle bei Rindern bekannt geworden.

Eiweiß-Fäden lösen den Rinderwahn aus

BSE wird nicht durch Bakterien oder Viren verursacht, sondern durch körpereigene Eiweiße, so genannte Prionen. Diese Eiweiß-Fäden sitzen auf der Oberfläche vieler Körperzellen. Krank machen Prionen allerdings erst, wenn sie ihre räumliche Struktur geändert haben. Lagert sich ein falsch gefaltetes und daher krankhaftes Prion an ein gesundes an, passt sich das gesunde Eiweiß an, es wird ebenfalls krankhaft. So entsteht eine Kettenreaktion, an deren Ende nur noch infektiöse Prionen stehen, die den Nervenzellen schwer schaden.

Zuerst sind nur Nervenzellen im Körper befallen. Später wandert die Infektion das Rückenmark hinauf und verbreitet sich schließlich im Gehirn. Dort entstehen die typischen Löcher: Das Hirn kranker Rinder gleicht einem Schwamm und löst sich regelrecht auf.

Kühe wurden mit Kadaver-Mehl gefüttert

Dass sich die Krankheit in Europa so schnell ausbreiten konnte, liegt an der damaligen Herstellungsmethode für Tierfutter. Die Produzenten verarbeiteten Schlachtabfälle und Kadaver zu Tiermehl. Bauern verfütterten das Mehl an Rinder. Weil die Verarbeitungstemperatur bei der Tiermehlherstellung so niedrig war, überstanden krankhafte Prionen die Prozedur. Die Folge: Infektiöses Mehl wurde an Rinder verfüttert, die Tiere wurden krank, starben, wurden zu Mehl verarbeitet - ein Kreislauf entstand.

Als Forscher und Behörden den Fehler erkannten, trat 1996 eine neue Regelung in Kraft. Sie schreibt vor, dass Schlachtabfälle und Kadaver bei der Verarbeitung zu Tiermehl 20 Minuten lang einem hohen Druck und einer Temperatur von 133 Grad Celsius ausgesetzt werden müssen, um Krankheitskeime abzutöten.

Seit dem 1. Dezember 2000 verbieten deutsche Regelungen, Tiermehl und Tierfett an Tiere zu verfüttern, die der Lebensmittelgewinnung dienen. Auch die EU-Behörden haben reagiert und 2001 ein Verfütterungsverbot von Tiermehl an lebensmittelliefernde Tiere erlassen.

Creutzfeldt-Jakob-Krankheit: Rinderwahn beim Menschen

Doch können auch Menschen an BSE erkranken? Das ist noch nicht 100 Prozent bewiesen. Forscher vermuten allerdings, dass infektiöse Eiweiße aus Rindern menschliche Prionen in krankhafte verwandeln können und so eine Variante der Creutzfeldt-Jakob-Krankheit (vCJD) auslösen.

vCJD-Kranke leiden unter ähnlichen Symptomen wie infizierte Kühe: Anfangs haben sie Schwierigkeiten bei der Körper-Koordination, sie bewegen sich unsicher. Sehstörungen kommen hinzu. Innerhalb von Wochen oder Monaten fällt es den Betroffenen zunehmend schwerer, sich zu erinnern: Sie haben Gedächtnislücken, später können sie sich gar nichts mehr merken. Die meisten sterben innerhalb eines Jahres.

BSE-Tests sollen Verbraucher schützen

Das Robert Koch-Institut in Berlin, das zuständige staatliche Institut, hat vCJD-Kranke unterschiedlichen Alters untersucht. Die Forscher vermuten, dass sich die Betroffenen durch Rindfleisch oder durch Produkte aus Rindern angesteckt haben.

Seit Ende 2000 werden in Ländern der EU Schnelltests auf BSE durchgeführt. Auf diese Weise entdeckten Forscherinnen bis Januar 2008 über 400 BSE-Fälle - allein in Deutschland. Das klingt nach einem Erfolg. Doch die Tests funktionieren nur bei Tieren, deren Krankheit fortgeschritten ist. Außerdem sind die Verfahren nur bei geschlachteten Rindern möglich. Ein BSE-Test für lebende Tiere existiert noch nicht.

Allerdings ist die Sicherheit größer geworden: Seit 2001 darf das Fleisch von ungetesteten Rindern nicht auf den deutschen Markt. Erweist sich eine Probe im Labor positiv, muss der gesamte Bestand des Stalls getötet werden, aus dem das Rind stammte. Zudem darf Tiermehl seit dem Jahr 2000 nicht mehr verfüttert werden. Auch nicht an Schafe und Ziegen, sie können sich ebenfalls mit dem BSE-Erreger anstecken. Schweine, Geflügel und Fische gelten bislang zwar nicht als BSE-gefährdet, dennoch sind sie aus Sicherheitsgründen in die Regelung eingeschlossen.

Muskekfleisch und Milch sind unbedenklich

Machen BSE-Tests unser Rindfleisch wieder sicher? Nicht ganz. Wer kein Risiko eingehen will, sollte wissen: Muskelfleisch und Milch gelten mit sehr großer Wahrscheinlichkeit als unbedenklich. Als gefährdet gelten Produkte, die Reste von Gehirn, Augen, Darm oder Rückenmark von Rindern enthalten können. Normalerweise werden diese Organteile von Schlachtbetrieben deshalb vorsorglich entfernt. Beim Einkauf und Kochen sollten Sie bedenken: Einen absoluten Schutz vor dem BSE-Erreger gibt es nicht. Die Prionen werden frühestens bei einer Temperatur von 133 Grad Celsius zerstört. Normales Kochen oder Braten reicht also nicht aus, um den Erreger zu vernichten.

Gelatine aus Rindersud kann gefährlich sein

Außerdem sind nicht nur Fleischprodukte Rinderwahn-verdächtig. Auch harmlose Leckerbissen wie Gummibärchen oder Obstkuchen können rein theoretisch gefährlich sein, da sie Gelatine enthalten. Gelantine wird in Deutschland zu 90 Prozent aus Schweineschwarte hergestellt - sie stellt damit kein Risiko dar. Allerdings gibt es auch Gelatine, die aus Rind gewonnen wird.

Lesen Sie daher sicherheitshalber immer die Infos auf der Verpackung. Informieren Sie sich im Supermarkt über die Herkunft von Fleisch und Wurst. Öko-Fleisch bietet eine gute Alternative, vor allem, wenn ein Biobauer seine Rinder schon über Generationen hinweg züchtet und das Futter für die Tiere vom eigenen Hof kommt.

Vogelgrippe

Nicht nur Menschen, auch Tiere können Grippe bekommen. Befällt ein Grippevirus Vögel, sprechen Veterinäre von der Vogelgrippe oder der Geflügelpest. Immer wieder grassiert die Geflügelpest in Deutschland.

Ende 2003 waren nicht nur Nutztiere befallen, sondern auch viele Wildtiere. Sie fielen einfach tot vom Himmel. Zunächst tauchte das Vogelgrippevirus in Südostasien auf. Anschließend befiel es Vögel in Amerika, Afrika und Europa.

Vogelgrippe-Erreger können nicht einfach vom Tier auf Menschen überspringen. Denn die Zellrezeptoren unterscheiden sich - das tierische Virus ist wie ein Schlüssel, der nicht zum menschlichen Organismus passt. Das klingt beruhigend. Aber in Asien starben über 200 Menschen an dem Erreger. Möglicherweise hatte sich diese Virusvariante schon etwas an den Menschen angepasst.

Wissenschaftler befürchten, dass das Vogelgrippevirus weiter mutieren und sich Eigenschaften des menschlichen Grippevirus zu eigen machen könnte. Dann wäre der Erreger noch leichter in der Lage, Menschen anzustecken. Und er könnte von Mensch zu Mensch übertragen werden und sich wie eine Epidemie ausbreiten.

Eier kochen, Fleisch gut garen

Ob Sie sich auch durch das Essen infizierter Hühner oder Puten gefährden können, ist bislang nicht bekannt. Fachleute schließen das aber nicht aus. Die möglichen Folgen: Symptome, die an eine normale Grippe erinnern, bis hin zur tödlichen Lungenentzündung.

Deshalb ist Wurst mit Geflügelfleisch nicht unbedingt zu empfehlen, sofern das Produkt bei der Herstellung nicht erhitzt wurde. Denn das Virus mag keine Hitze. Wenn Sie Lebensmittel auf über 70 Grad Celsius erwärmen, töten Sie den Erreger ab. Garen Sie Geflügelfleisch und Eier deshalb gründlich durch.

Pusten Sie zu Ostern rohe Eier aus, sollten Sie sie vorher sicherheitshalber mit heißem Wasser abspülen. Lagern Sie rohe Geflügelprodukte separat. Entsorgen Sie nach dem Auftauen von Geflügelfleisch die Verpackung und das Auftauwasser.

Finger weg von fremdem Federvieh

Das Vogelgrippevirus findet sich vor allem im Vogelkot. Sie können sich aber auch durch Einatmen oder Anfassen kranker Vögel anstecken. In Deutschland ist die Ansteckungsgefahr allerdings sehr gering. Dazu müssten Sie nah an die Tiere herankommen.

Bei Reisen in Länder mit Vogelgrippefällen sollten Sie den direkten Kontakt mit Federvieh vermeiden. Besuchen Sie keine Geflügelmärkte. Verzichten Sie auf rohes oder unzureichend gebratenes Geflügelfleisch und Speisen mit rohem Ei.

Und bitte bedenken Sie: Auch Katzen und Hunde können sich mit der Vogelgrippe anstecken. Deshalb sollten Sie oder Ihre Kinder nicht jede frei herum laufende Katze gleich streicheln. Denn bei Haus- und Großkatzen sowie Mardern haben Wissenschaftlerinnen das Vogelgrippevirus bereits nachgewiesen.

Schweinepest

Für einen Bauern ist die Schweinepest eine Katastrophe - denn er verliert unter Umständen viel Geld. Seiner Gesundheit schadet das Virus allerdings nicht. Selbst wenn er das Kotelett eines infizierten Schweins isst, erkrankt er nicht.

Übertragen können Menschen das Virus aber schon: über Kleidung, Schuhe oder Hände. So gelangt der Erreger in andere Ställe oder Mastanlagen.

Bei der Schweinepest sterben die Ferkel meist zuerst. Später werden auch ältere Schweine krank. Die Tiere verweigern das Futter, sind schwach und haben rote oder blaue Flecken auf der Haut und an den Ohren. Bevor der Bauer die Symptome sieht, scheiden die Tiere das Virus schon aus: Über den Speichel, den Urin oder den Kot aus stecken sie ihre Artgenossen an.

Der Erreger kann Haus- und Wildschweine gleichermaßen befallen. Wildschweine können mit Schluckimpfungen geschützt werden: Der Impfstoff wird Futterködern beigemischt.

Maul- und Klauenseuche

Bauern fürchten die Maul- und Klauenseuche: Sie tötet Rinder, Schweine, Ziegen und Schafe. Auch Wildtiere können sich anstecken: Rot- und Damwild sterben genauso an dem Virus wie Wildschweine und Igel. Sogar Elefanten können krank werden - aber Menschen brauchen sich nicht zu sorgen.

Maul- und Klauenseuche überträgt sich durch verseuchtes Futter, durch Kot, Speichel, Milch oder Luft. Der Wind trägt den Erreger bisweilen über 60 Kilometer weit. Über Wasser wandert er vermutlich sogar bis zu 200 Kilometern.

Kranke Tiere bekommen meist Fieber. Auf Zunge, Maul, Euter und Klauen bilden sich Blasen. Vor dem Maul entsteht schaumiger Speichel, der typische Maul- und Klauenseuchen-Bart. Hat das Virus auch nur ein einziges Tier im Stall befallen, gibt es für alle anderen keine Rettung: Der gesamte Bestand muss laut Maul- und Klauenseuche-Verordnung getötet werden.

Menschen erleben die Seuche wie eine Erkältung

Laut dem Friedrich-Loeffler-Institut für Tiergesundheit brauchen Sie Maul- und Klauenseuche nicht zu fürchten. Da die Hygiene-Bestimmungen in Deutschland streng seien, sei der Verzehr von Fleisch- oder Milchprodukten ungefährlich, selbst wenn die Seuche in deutschen Ställen bereits grassiert. Infizierte Produkte hätten kaum eine Chance, zu Ihnen zu gelangen.

Dennoch können Sie sich anstecken, wenn Sie direkten Kontakt zu kranken Tieren haben. Die Ansteckungsgefahr ist allerdings nicht sehr hoch. Hat es Sie erwischt, merken Sie das an leichtem Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen. An Mund, Rachen, Händen und Füßen bilden sich Bläschen. Aber keine Panik: Das ist alles harmlos und heilt schnell aus.

Außerdem gilt Deutschland mittlerweile als frei von Maul- und Klauenseuche. Die letzten kranken Rinder wurden vor zehn Jahren in einem Stall bei Hannover getötet.

Trichinen

Haben sich eine leckere Wildschweinwurst aus dem Urlaub mitgebracht? Oder einen köstlichen rohen Schinken? Dann Vorsicht: In solchen Mitbringseln können Trichinen hausen. Trichinen sind Würmer, genauer: die Larven des Fadenwurms Trichinella.

Unwahrscheinlich ist es, dass Sie sich in Deutschland damit anstecken. Denn in der EU ist es vorgeschrieben, dass Veterinäre Schlachttiere auf Trichinen untersuchen oder dass die Tiere mit Kälte behandelt werden, damit die Erreger absterben. Allerdings wird nicht jedes geschlachtete Tier kontrolliert. Gilt ein Betrieb als amtlich trichinenfrei oder eine Region als wenig gefährdet, werden oft nur Stichproben gemacht. Deshalb infizieren sich auch in Deutschland immer wieder Menschen mit Trichinen.

Der Parasit sitzt im Darm und in den Muskeln

Der Fadenwurm ist ein Parasit und bevorzugt als Behausung Haus- und Wildschweine. Er kann aber alle Arten von Säugetieren und auch Menschen befallen. Sie können sich mit dem Wurm anstecken, wenn Sie infiziertes Fleisch oder Wurst essen.

Die Larven nisten sich im Darm ein und wachsen dort zu Würmern heran. Nach etwa einer Woche setzen die weiblichen Parasiten Larven frei. Die Miniwürmer wandern durch die Darmwand in die Blutbahnen. So gelangen sie in den gesamten Körper, etwa in das Zwerchfell, in die Kaumuskeln oder in die Muskeln der Oberarme. Dort nisten sie sich im Gewebe ein und kapseln sich ab.

Die Folgen: Durchfall und Fieber, Übelkeit und Erbrechen. Hinzu kommen heftige Muskel-, Kopf- und Gelenkschmerzen. Die Symptome treten innerhalb von fünf Tagen bis drei Wochen auf und werden dann langsam schwächer. Beunruhigend ist, dass Trichinen bis zu 30 Jahre in Muskelfasern überleben können.

Gefährlich wird es, wenn die Parasiten den Herzmuskel befallen. Herz, Kreislauf oder Nieren können schlimmstenfalls versagen. Es kann zu lebensbedrohlichen Herz-Rhythmus-Störungen oder zu einer Entzündung der Hirnhaut kommen.

Schmeißen Sie die ungeladenen Gäste raus

Trichinen sollten Sie möglichst schnell mit Medikamenten behandeln. Je eher, desto besser sind die Heilungschancen. Wuseln die Larven noch im Darm herum, lassen sich mit einer Wurmkur bekämpfen, die Ihnen Ihr Arzt verschreibt. Haben sich die Parasiten erst im Muskelgewebe abgekapselt, ist die Bekämpfung schwieriger.

Verhindern können Sie das Eindringen der ungebetenen Gäste, indem Sie Fleisch gut durchbraten oder kochen. Das tötet die Larven ab. Räuchern, pökeln oder trocknen hilft aber nicht. Bei solchen Wurstwaren sollten Sie nach der Herkunft fragen.

Wollen Sie sicher gehen, frieren Sie die Biester ein: mindestens 20 Tage lang bei minus 15 Grad Celsius. Schneller geht's mit Hitze: 65 Grad Celsius töten die Parasiten zuverlässig ab.

Salmonellen

Salmonellen leben in Eiscreme, Puddings, Rohmilchkäse, rohem Fleisch oder in Wurst, die bei der Herstellung nicht genügend erhitzt wird. Auch Lebensmittel, die rohe Eier enthalten wie zum Beispiel Mayonnaise oder Desserts sind riskant, da sie nicht gekocht werden. Sogar Sprossen, Tomaten oder geräucherte Aale können die Bakterien übertragen, vermuten Wissenschaftler.

Salmonellen sind wirklich widerstandsfähige Bakterien. Bei Temperaturen zwischen 10 bis 47 Grad Celsius gedeihen sie bestens, und sogar Einfrieren schockt sie nicht. Im Gegenteil: Wenn Sie belastete Lebensmittel auftauen, vermehren sich die Bazillen noch.

Fliegen können Salmonellen im Essen hinterlassen

Studien des Bundesinstitutes für Risikobewertung belegen, dass rund zehn Prozent der deutschen Mastputen und etwa dreizehn Prozent der deutschen Mastschweine Salmonellen haben. Die Tiere werden nicht zwangsläufig krank, sie übertragen die Bazillen aber.

Salmonellen müssen Sie nicht unbedingt durch schlechtes Fleisch vom Metzger bekommen. Die Mikroben können auch durch andere Tiere übertragen werden: Infizierte Mäuse, Haustiere oder gar Insekten können Lebensmittel mit den Bazillen verunreinigen.

Anstecken können Sie sich aber auch durch direkten Kontakt mit menschlichen Zeitgenossen, die gerade eine Salmonellose haben. Davon müssen die Betroffenen selbst nichts wissen. Denn nicht bei jedem Menschen, der die Keime in sich trägt, bricht die Krankheit offen aus. Für die Ansteckung genügt oft ein Händedruck oder das Berühren von Gegenständen.

Der Körper will die Schädlinge schnell wieder loswerden

Tummeln sich Salmonellen in Ihrem Darm, bekommen Sie wahrscheinlich Durchfall und Ihnen ist übel. Denn der Körper versucht, die Mikroben möglichst schnell hinauszubefördern. Meist ist nach zwei Tagen wieder alles vorbei. Doch bei älteren oder kranken Menschen kann die Sache langwieriger sein. In jedem Fall sollten Sie viel trinken, da Sie wegen des Durchfalls viel Flüssigkeit verlieren.

In sehr seltenen Fällen bleiben die Salmonellen im menschlichen Körper, obwohl die Lebensmittel-Vergiftung längst vorbei ist. Die Betroffenen sind nicht mehr krank, scheiden die Keime aber dauerhaft mit dem Stuhl aus. Das ist riskant, weil sie andere Menschen anstecken können. Deshalb sind bestimmte Berufe für sie tabu: Sie dürfen weder im Restaurant-, Lebensmittel-, Hotelfach noch in der Kinder- oder Krankenbetreuung arbeiten, wenn sie dabei mit Lebensmitteln in Berührung kommen.

Sie sollten Fleisch und Geflügel nur gründlich durchgebraten essen. Achten Sie bei der Zubereitung darauf, dass Sie sich nach der Verarbeitung von rohem Geflügel die Hände waschen. Auch das benutzte Besteck sowie Schneidebretter sollten Sie sorgfältig heiß abwaschen.

Paratuberkulose

Die Paratuberkulose ist eine Form der Tuberkulose. Auslöser sind Bakterien. Die Mikroben befallen Wiederkäuer wie Rinder, Schafe, Ziegen, Rehe und Hirsche. Bei diesen Tieren verursachen die Erreger eine unheilbare Darmentzündung.

Ob die Bakterien auch Menschen gefährlich werden können, ist bislang noch unklar. Zur Zeit diskutieren Fachleute darüber. Möglicherweise können die Erreger der Paratuberkulose beim Menschen die chronische Darmentzündung Morbus Crohn auslösen. Laut dem staatlichen Robert Koch-Institut und dem Bundesinstitut für Risikobewertung ist dies allerdings umstritten.

Auch über die Ansteckungswege sind sich die Experten nicht einig. Der Kontakt mit kranken Tieren gilt als riskant. Auch Milch, Käse, Joghurt und Quark wurden zeitweise verdächtigt, die Bakterien auf Menschen zu übertragen. Aber diese Furcht halten etliche Ernährungsexperinnen für überzogen, da diese Produkte meist pasteurisiert werden. Die Hitze tötet viele Keime ab.

Allerdings sind Paratuberkulose-Erreger sehr widerstandsfähig: Sie überleben in Wasser, in Erde, selbst in Gülle.

Wolfgang Schillings