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Zwei Wochen nach Schulbeginn Brandbrief an Armin Laschet: Schulleiter in NRW kritisieren Landesregierung scharf

Schule in NRW
In einem Brandbrief haben Schulleiter in NRW die Landesregierung kritisiert
© Marcel Kusch / Picture Alliance
Die Schulleiter in Nordrhein-Westfalen sind sauer: In einem Brandbrief an Ministerpräsident Armin Laschet haben sie die Landesregierung scharf kritisiert. Darin werfen sie dem Schulministerium Verantwortungslosigkeit vor.

Seit zwei Wochen sind die Sommerferien in Nordrhein-Westfalen vorbei. Der Unterricht soll wieder regulär stattfinden. Doch die Realität ist offenbar eine andere. Die Schulleiter sind sauer. Sie fühlen sich von der Politiker im Stich gelassen. In einem Brandbrief an Ministerpräsident Armin Laschet, der dem SWR vorliegt, kritisieren sie nun die Landesregierung scharf.

Darin wirft die Schulleitungsvereinigung (SLV NRW) dem Schulministerium vor: Sie berücksichtige die tatsächlichen Rahmenbedingungen der Schulen nicht. Zudem beklagt die SLV NRW, dass sich das Konzept zur Eindämmung des Coronavirus in den Schulen nicht umsetzen lasse. Stattdessen entledige sich die die oberste Schulbehörde der eigenen Verantwortlichkeit – und übergebe die gesamte Verantwortung an Gesundheitsämter, Schulträger und Schulleitungen.

Schulen in NRW: Es fehlen Personal und heile Fenster

Zum Schulbeginn hatte NRW strikte Maßnahmen vorgeschrieben: Schüler müssen auch im Unterricht einen Mund-Nasen-Schutz tragen. Außerdem gilt der Mindestabstand in den Schulgebäuden – und die Lehrkräfte sollen regelmäßig stoßlüften.

Maskenpflicht an Schulen spaltet Eltern

Allerdings seien die Maßnahmen nicht umsetzbar. Die Schulen seien teilweise in einem katastrophalen Zustand, sagte der Vorsitzende der Schulleitungsvereinigung, Harald Willert, dem SWR: "Uns haben Mails von Schulleitern erreicht, die berichten, dass Fenster zugeschweißt seien oder Direktoren vom Schulträger keine Griffe bekämen." Die Schulleitungsvereinigung nennt im Brandbrief laut SWR weitere Probleme: Es mangle einigen Schulen an Reinigungskräften oder Hausmeistern.

Schulleitungsvereinigung spricht von "Feldversuch"

Aber auch das Pandemiekonzept für den Unterricht sei realitätsfern, kritisiert die SLV NRW. Das sieht vor: Lehrer sollen immer die gleichen Gruppen an Schülern unterrichten. Doch das lasse sich nicht umsetzen, sagt die Schulleitungsvereinigung. Denn erkrankte Lehrer müssen spontan vertreten werden – im Zweifel von Kollegen, die sonst nicht in der Klasse unterrichten.

Deswegen spricht die SLV NRW von einem "Feldversuch". "Wir hoffen, dass dieser Brief Konsequenzen nach sich zieht und die Öffentlichkeit erfährt, wie marode unser Bildungssystem ohnehin ist," sagte Willert dem SWR, "was jetzt endlich durch Corona sichtbar wird."

Quelle: "SWR

rpw

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