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Waffenlager in NRW entdeckt Bundeswehroffizier hortet auch radioaktives Material – Ermittlungen erweitert

Ein Bundeswehrsoldat faltet seine Hände zusammen
Die Ermittlungen gegen den Bundeswehroffizier wurden nach Angaben der Staatsanwaltschaft um den Vorwurf des unerlaubten Umgangs mit radioaktiven Stoffen erweitert (Symbolbild)
© Marcel Kusch/ / Picture Alliance
Neben einem umfangreichen Waffenlager haben Ermittler bei einem Bundeswehroffizier auch radioaktives Material entdeckt. Die krebserregende Substanz wird vor allem in der Medizin und der Industrie eingesetzt.

Bei dem in Nordrhein-Westfalen wegen umfangreicher Waffenbestände festgenommenen Bundeswehroffizier ist auch radioaktives Material gefunden worden. Es handele sich um Strontium-90, bestätigte eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft in Frankfurt am Main der Nachrichtenagentur AFP Angaben des "Spiegel" vom Freitag. Die Ermittlungen gegen den Soldaten wurden laut der Sprecherin deshalb um den Vorwurf des unerlaubten Umgangs mit radioaktiven Stoffen erweitert. 

Die Menge des gefundenen Strontium-90 blieb offen. Die krebserregende Substanz wird vor allem in der Medizin und der Industrie eingesetzt. Es tritt auch im Umfeld von Atomtests sowie in Abfällen von Atomkraftwerken auf.

Waffenlager bei Bundeswehroffizier ausgehoben

Ermittler hatten am 12. Oktober bei einer Razzia in Aldenhoven im Kreis Düren in Nordrhein-Westfalen ein umfangreiches Waffenlager bei dem Bundeswehroffizier entdeckt. Bislang waren dem Hauptmann Verstöße gegen das Außenwirtschafts- und das Kriegswaffenkontrollgesetz vorgeworfen worden.

Das Bundesverteidigungsministerium hatte nach dem Fund mitgeteilt, die Waffen stammten nach ersten Erkenntnissen nicht aus Bundeswehrbeständen. Der "Spiegel" berichtete nun unter Berufung auf einen Vermerk des Ministeriums, der Großteil des Materials stamme aus dem früheren Ostblock.

Dem Magazin zufolge geht es um Kalaschnikow-Gewehre, Panzer- und Flugabwehrwaffen sowie etliche entschärfte Granaten und Munition. Der Mann gehört einem Bundeswehrzentrum an, das für die Analyse selbstgebauter Sprengsätze und deren Abwehr zuständig ist. 

Besorgnis bei den Behörden löste auch der Fund zweier sensibler Dokumente bei dem Offizier aus. Nach "Spiegel"-Informationen handelt es sich um zwei aktuelle Dossiers des Bundesnachrichtendienstes über die Lage in Nordkorea. Offen sei, wie der Beschuldigte an die heiklen Papiere kam. Auch "umfangreiche kommunistische Literatur" soll bei der Razzia sichergestellt worden sein. Neben Staatsanwaltschaft und Zoll ermittelt den Angaben zufolge der Militärische Abschirmdienst, der seine Spionageabwehr eingeschaltet habe.

fs AFP

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