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"König Olaf" vor dem Absprung: Wer regiert Hamburg, wenn Scholz Finanzminister wird? Fünf Kandidaten

Sollten die SPD-Mitglieder eine neue Runde der GroKo absegnen, wird es Olaf Scholz wohl von der Elbe an die Spree ziehen. Hamburgs Erster Bürgermeister soll Finanzminister in Berlin werden. Wer folgt ihm in der Hansestadt nach? Der stern stellt fünf heiße Kandidaten vor.

Olaf Scholz

Hamburgs Erster Bürgermeister Olaf Scholz, von der Lokalpresse, halb spöttisch, halb bewundernd auch "König Olaf" getauft, steht vor dem Abflug nach Berlin. Der SPD-Vize soll Vizekanzler und Finanzminister werden, 

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Dankt "König Olaf" bald ab? Vermutlich. In Kürze entscheiden 450.000 SPD-Mitglieder, ob es eine Neuauflage der Großen Koalition aus Sozialdemokraten und Unionsparteien gibt. Hamburgs Erster Bürgermeister Olaf Scholz ist in diesem Bündnis als Finanzminister und Vizekanzler vorgesehen. Er ist also auf dem Absprung.

Scholz ist seit 2011 im Amt, hatte meist gute Beliebtheitswerte. Neben den Höhen, etwa die Fertigstellung der Elbphilharmonie und ein Ruck beim Wohnungsbau, dürften den Hamburgern aus der Ära Scholz allerdings auch die gescheiterte Olympia-Bewerbung und vor allem der katastrophale G20-Gipfel im Juli 2017 im Gedächtnis bleiben.

Wer folgt ihm im Fall des Abgangs in der Hansestadt nach? Fünf Kandidaten werden derzeit mit unterschiedlichen Chancen gehandelt.

Andreas Dressel: Der SPD-Fraktionschef gilt als Favorit. Er hat Bürgermeister Scholz in der Bürgerschaft jahrelang den Rücken freigehalten. Der Vater zweier Töchter und eines Sohnes hat sich einen Ruf als krisenerprobter Politik-Allrounder erarbeitet, der auf vielen politischen Feldern trittfest ist. Größenmäßig überragt der 43-Jährige mit seinen etwa 1,95 Metern im Hamburger Politikbetrieb nicht nur seinen bisherigen Chef.

Andreas Dressel

Andreas Dressel

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Andy Grote: Der 49 Jahre alte Rechtsanwalt steht seit Januar 2016 an der Spitze der Hamburger Innenbehörde. Zuvor leitete er das Bezirksamt Hamburg-Mitte. Er gehört zu den Vertrauten von Noch-Bürgermeister Scholz. Im Vorfeld des G20-Gipfels hatte Grote sowohl das Recht auf friedliche Demonstrationen betont wie auch ein konsequentes Vorgehen gegen Gewalttäter angekündigt. Der Innensenator wurde in Erpen bei Osnabrück geboren. Grote wohnt auf St. Pauli, ist verheiratet und im vergangenen Jahr Vater geworden. 

Andy Grote

Andy Grote

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Carola Veit: Die 44-Jährige ist seit 2011 Bürgerschaftspräsidentin und sorgt hier bei Versammlungen für Ordnung. Ansonsten erfüllt die Juristin vor allem Repräsentations- und Vermittlungsaufgaben. Sie ist stellvertretende Kreisvorsitzende der SPD in Hamburg-Mitte und Mitglied im Hamburger SPD-Landesvorstand. Veit ist in Hamburg-Billstedt geboren, hat drei Kinder und nennt auf ihrer Homepage Reisen als Hobby.

Carola Veit

Carola Veit

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Melanie Leonhard: Die Sozialsenatorin ist die jüngste der möglichen Kandidaten. Seit Ende 2015 ist die 40-Jährige im Amt und damit unter anderem für die Unterbringung von Flüchtlingen zuständig. Immer wieder musste sie sich auch mit Fällen von getöteten oder misshandelten Kindern befassen, die unter Aufsicht des Jugendamtes standen. Erfahrung mit der Leitung einer Behörde hatte Leonhard zuvor nicht. Scholz hatte sie bei Amtseinführung als "eine unglaublich engagierte und kompetente Fachpolitikerin" gelobt. Leonhard ist in Hamburg geboren, verheiratet und hat einen Sohn.

Melanie Leinhard

Melanie Leinhard

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Aydan Özoguz: Die 50-Jährige kümmert sich im Auftrag der Bundesregierung um Migration, Integration und Flüchtlinge. Für viele Konservative ist sie eine Reizfigur - dabei gilt die Integrationsbeauftragte als freundlich und verbindlich und lässt sich selten zu harschen Worten hinreißen. Politisch steht Özoguz klar links. Sie ist in Hamburg geboren, wo ihre Eltern Anfang der 1960er-Jahre ein Importgeschäft gegründet hatten. Özoguz ist gläubige Muslimin. Sie hat eine Tochter und war mit dem ehemaligen Hamburger Innensenator Michael Neumann verheiratet.

Aydan Özoguz

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rös / DPA